Ratte

Ratten sind liebenswerte, hellwache und intelligente Mitbewohner, die gewöhnlich voller Lebensfreude durch ihren Käfig oder ihr Gehege toben. Doch auch sie können sich natürlich verletzen oder erkranken. Mit diesen Tipps leisten Sie Ihrer Ratte Erste Hilfe, bis Sie einen Tierarzt aufsuchen können. Wichtig: Bei Anzeichen einer schweren Erkrankung, z.B. wenn die Ratte apathisch auf der Seite liegt oder angestrengt nach Luft schnappt, muss der Tierarzt unverzüglich aufgesucht werden. Außerhalb der Sprechstunden hilft eine Notfallpraxis.

Kleine Verletzungen

Beim wilden Herumtoben kann es schon mal vorkommen, dass sich zwei Ratten beißen und entsprechende blutige Wunden hinterlassen. Sofern es sich nicht um einen tiefen Biss handelt, kann die Wunde zuhause versorgt werden: Dazu tupfen Sie sanft das Blut ab und legen ein kleines Tuch auf die Wunde. Achten Sie darauf, dass die Wunde vollständig gesäubert ist. Anschließend wickeln Sie eine Binde darum – ganz so, wie Sie eine ähnliche Wunde beim Menschen versorgen würden.

Fressunlust

Ist die Ratte unleidlich, sitzt sie häufig abgeschlagen in der Ecke und gibt kleine Quietschlaute von sich. Für einen oder zwei Tage kann es sinnvoll sein, die Ratte mit Spezialnahrung wieder aufzupäppeln. Dazu wird das reguläre Rattenfutter mit Wasser oder magenberuhigendem Kamillentee zu einem Brei vermischt. Viele Ratten mögen auch menschlichen Babybrei mit Zutaten wie Bananen oder Karotte, den Sie untermischen können. Mag die Ratte den Brei nicht selbst fressen, füllen Sie ihn in eine Plastikspritze (ohne Nadel) und träufeln Sie ihn direkt ins Maul. Dabei darf die Ratte auf keinen Fall überfordert werden. Es besteht Gefahr, dass sie sich verschluckt oder sogar in Atemnot gerät. Will sie das Futter auf gar keinen Fall annehmen oder wirkt auch nach ein-zwei Tagen weiterhin apathisch und unleidlich, sollte sie dem Tierarzt vorgestellt werden.

Sommerhitze

Da Ratten keine Schweißdrüsen besitzen, können Sie ihre Körpertemperatur nicht über das Schwitzen regulieren. Dies liegt in der Natur der Ratte, die ursprünglich vor allem im kühlen Erdboden lebte. Heizen sich Wohnzimmer im Sommer stark auf, droht schnell ein Hitzschlag. Idealerweise verhindern Sie dies, indem die Ratte(n) rechtzeitig an einen kühleren abgedunkelten Ort bringen. Wirkt die Ratte apathisch und atmet nur noch angestrengt, kann sie bereits einen Hitzschlag erlitten haben. In diesem Fall wickeln Sie das betroffene Tier sofort in ein kühles feuchtes Tuch und bringen es sofort zum Tierarzt.

Schädlingsbefall

Im Rattenfell können sich schnell Schädlinge wie Milben, Haarlinge und Pilze einnisten. Auf keinen Fall darf der Parasitenbefall ignoriert werden, da sich die Schädlinge dann immer weiter ausbreiten. Da die Ratte meist unter starkem Juckreiz leidet, wird sie sich kratzen und so möglicherweise die eigene Haut beschädigen. Als Notfallmaßnahme zur Linderung des Juckreizes können Sie einen Tropfen Fenistil aus der Apotheke ins Fell träufeln. Suchen Sie jedoch schnellstmöglich den Tierarzt auf. Nur dieser kann im Labor klären, um welche Schädlingsart es sich konkret handelt und das entsprechende Medikament verordnen.

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