Katzen sind sehr gut darin, etwaige gesundheitliche Probleme zu kaschieren. Ihren Besitzer fallen Verletzungen des Bewegungsapparates daher oft gar nicht auf – während die Katze im Stillen Schmerzen leidet. Erst ein gründlicher Check-Up beim Tierarzt bringt diese Probleme dann ans Tageslicht. Katzenbesitzer sollten sich daher mit diesem Thema auseinandersetzen und einen Blick für etwaige Verletzungen der Knochen, Gelenke, Bänder und Sehnen entwickeln.

Katzen sind verletzungsanfälliger als angenommen

Die Katze gilt vielen Menschen als Inbegriff der Geschicklichkeit und Beweglichkeit. Im Vergleich zum Menschen sind sie dies tatsächlich – sie balancieren auf schmalen Mauern, überwinden größere Höhenunterschiede mit einem einzigen gekonnten Sprung und landen auch aus großer Höhe sicher auf allen vier Pfoten. Allerdings ist dies nur die eine Seite der Medaille. Oft genug verschätzen sich Katzen in der Distanz und stürzen böse ab. Selbst die träge Hauskatze kann sich beim Sturz vom Kratzbaum die Schulter auskugeln oder beim falsch kalkulierten Satz vom Bett einen Bänderriss zuziehen. Schlecht verheilende orthopädische Schäden führen dann häufig zu einer schmerzhaften Arthrose, die die Katze zur Unbeweglichkeit verdammt.

Wie erkannt der Katzenhalter Verletzungen?

Das sicherste Zeichen dafür, dass die Katze Schmerzen hat, ist die Weigerung wie gewohnt ins Freie zu gehen um herumzustreifen. Sie versteckt sich häufiger an ruhigen Orten und bewegt sich langsamer als sonst. Mit scharfem Blick kann der Besitzer durchaus erkennen, ob die Katze beispielsweise leicht hinkt oder ein Bein weniger stark belastet als die anderen. Im Verdachtsfall sollte sie dem Tierarzt vorgestellt werden, der sie gründlich untersucht und eventuell auch eine Röntgenaufnahme macht. Mittlerweile gibt es auch spezialisierte Orthopäden für Katzen, die spezielle Bewegungsanalysen durchführen. Dabei muss die Katze über eine spezielle Druckmessplatte gehen, die ermittelt, ob die Katze alle vier Beine gleichmäßig belastet.

Die Behandlung von orthopädischen Verletzungen

Bei frühzeitiger Erkennung einer akuten Verletzung werden orthopädische Verletzungen der Katze genauso behandelt wie beim Menschen. Ein leichtes Bagatelltrauma wie eine Zerrung oder Verstauchung wird mit einem Verband ruhig gestellt und gekühlt. Dazu wird ein entzündungshemmendes Mittel gegeben. Schwere Verletzungen wie Bänderrisse oder Knochenbrüche können operativ behandelt werden.

Hat sich bereits eine Arthrose entwickelt, d.h. eine chronische Schädigung der Gelenke, erfolgt eine Behandlung mit Medikamenten und Physiotherapie. Dies kann beispielsweise Massage sein oder ein spezielles Bewegungstraining, bei dem die Katze einen speziellen Parcours bewältigen muss. Auch die Reizstromtherapie hat sich bewährt. Sinnvoll ist für Katzen durchaus auch die bei Hunden sehr erfolgreiche Aquagymnastik, doch eine extrem wasserscheue Katze sollte auf keinen Fall ins Wasser gezwungen werden.

Tierbesitzer können einiges dazu beitragen, dass es erst gar nicht so weit kommt: Statt auf die angebliche perfekte Geschicklichkeit der Katze zu vertrauen, sollte sie so weit wie möglich vor Stürzen geschützt werden, zum Beispiel durch Katzengitter an Fenstern und Balkonen. Kratzbäume sollten stets gut gesichert sein und nicht wackeln, damit die Katze die Balance nicht verliert.