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Dem Hund ist es in die Wiege gelegt, sein Rudel beschützen zu wollen. In der Regel ist dies für den Besitzer von Vorteil, zum Beispiel wenn der Hund nachts anschlägt weil sich ein Fremder auf dem Grundstück befindet. Allerdings können es manche Hunde auch zu bunt treiben und für ihre Besitzer zum Problem werden: Nämlich dann, wenn sie niemanden mehr in die Wohnung oder das Haus lassen und jeden Besucher anknurren und anbellen.

Der Hund muss sich unterordnen

Ein Hund sollte niemals seinem Besitzer auf der Nase herumtanzen. Dazu gehört natürlich auch, dass nicht der Hund sondern sein Herrchen (oder Frauchen) bestimmt, wer in die Wohnung darf. Macht der Hund Schwierigkeiten, wenn sich Besuch ankündigt, sollte er zunächst in „seine Ecke“ geschickt werden – sei es ins Körbchen in der Küche oder auf seine Decke im Wohnzimmer. Gehorcht er nicht, muss er an die Leine genommen und in seiner Ecke gebrach werden. Leben zwei Personen im Haushalt, kann einer den Hund an der Leine im Wohnzimmer festhalten, während der andere die Gäste im Flur begrüßt. Im Laufe der Zeit wird der Hund verstehen, dass von Gästen keine Gefahr ausgeht und sie später auch wieder gehen.

Wenn der Hund Gäste ankläfft

Das Bellen kann nicht nur zur Revierverteidigung eingesetzt werden, sondern auch ein Zeichen der Angst sein. Auch hier sollte zunächst ein strenger Erziehungsversuch probiert werden, d.h. dem kläffenden Hund wird die Schnauze kurz zugehalten – notfalls mehrmals hintereinander, wenn er keine Ruhe gibt. Die Gäste können ihren Teil dazu beitragen, indem sie ruhig und freundlich auf den aufgeregten Hund einsprechen, so dass dieser merkt, dass von den Versuchern keine Gefahr ausgeht.

Es ist sinnlos, den bellenden Hund seinerseits auszuschimpfen – die meisten Hunde missverstehen dies und denken, sein Rudelgenosse bellt gemeinsam mit ihm den Fremdling an und er bellt erst recht freudig weiter. Hebt der Gast nun seine Stimme um sich verständlich zu machen, schaukelt sich die Situation nur weiter hoch. Gibt der Hund keine Ruhe, muss er in ein anderes Zimmer verbannt werden.

Die feine Nase des Hundes kann zum Problem werden

Ein ängstlicher Mensch neigt dazu, verstärkt Adrenalin auszuschütten, was die feine Nase des Hundes tatsächlich bemerkt. Er interpretiert das Adrenalin jedoch als Zeichen der Angriffslust und behandelt den Besucher als „Feind“, d.h. er bellt und knurrt ihn erst recht an. Dies kann schnell zum Problem werden, wenn ein ängstlicher Bekannter oder ein ängstliches Kind zu Besuch kommen. Dann reagiert auch ein sonst freundlicher Hund auf einmal unfreundlich. Hier kann es sinnvoll sein, Hund und Besuch auf neutralem Boden (zum Beispiel auf der Straße vor dem Haus) aneinander zu gewöhnen.

Dies ist auch sinnvoll, wenn der Hund zwar menschlichen Besuch über die Schwelle lässt, aber auf andere Hunde mit Gebell und Knurren reagiert. Der andere Hund wird noch stärker als Eindringling im eigenen Revier empfunden als Menschen. Kommt Besuch mit Hund, könnten Herrchen und Hunde erst einen Spaziergang zusammen unternehmen, bei dem sich die Hunde beschnuppern und anfreunden können. Dann darf der neue Freund auch später mit ins eigene Revier kommen.