Das Alter macht auch vor Hund und Katze nicht halt. Wie Menschen leiden auch geriatrische Tiere unter vielfältigen Alterszipperlein und erkranken häufiger. Anders als der Zweibeiner können sie sich jedoch nicht lautstark darüber beschweren, dass der Rücken schmerzt, oder dass es in den Gelenken knirscht. Tierbesitzer sollten ihren älter werdenden Lieblingen daher regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gönnen um altersbedingte Krankheiten zu erkennen und möglichst frühzeitig zu behandeln.

Ab wann sind Tiere alt?

Die Faustregel für Hunde lautet „Menschenjahre x Sieben = Tierjahre“. Ist der Hund also 10 Menschenjahre alt, ist er 70 Hundejahre alt und damit ein Senior. Katzen leben etwas länger, so dass die Formel bei ihnen nicht funktioniert. Zudem haben verschiedene Rassen eine verschieden hohe Lebenserwartung. Allgemein gelten große Hunde ab sieben Jahren schon als Senioren, kleine Hunde und Katzen etwa ab neun-zehn Jahren.

Besitzer bemerken diesen schleichenden Prozess zunächst an verschiedenen kleinen Dingen: So wird der Hund seltener freudig angelaufen kommen, wenn es zum Spaziergang hinausgeht. Stattdessen bleibt er lieber vor der warmen Heizung liegen und lässt sich nur widerwillig ins Freie komplimentieren. Auch die Katze wird weniger Zeit beim Herumstreifen in der Natur und mehr Zeit auf der sonnigen Fensterbank verbringen. Durch die verringerte Aktivität sinkt der tägliche Kalorienverbrauch des Haustieres. Da die Ernährung meist nicht angepasst wird, setzen viele ältere Haustiere Speck an. Dies führt dann wiederum zu den üblichen mit Übergewicht verbundenen Problemen wie Herzkrankheiten, Kurzatmigkeit und Diabetes.

Ob Hund oder Katze übergewichtig sind, lässt sich leicht beurteilen: Am stehenden Tier muss noch deutlich die Taille erkennbar sein. Ist diese bereits verschwunden und unter dem Fell lassen sich durch die Fettschicht hindurch kaum noch die Rippen spüren, ist das Tier übergewichtig.

Alterskrankheiten bei Hund und Katze

Neben den Folgekrankheiten des Übergewichtes stellen sich bei geriatrischen Tieren viele andere Krankheiten ein. Wie der Mensch ist auch das Tier von Arthrose in den Gelenken betroffen. Die Katze wird nicht mehr zu gewagten Sprüngen auf die Fensterbank ansetzen und der Hund wird sich immer langsamer aus dem Körbchen erheben und eine Weile brauchen, bis er die Steifheit aus den Knochen geschüttelt hat. Weitere Altersprobleme können die Nieren betreffen (insbesondere bei Katzen), das Magen-Darm-System, die Leber oder die Bauchspeicheldrüse. Katzen leiden häufig unter einer Schilddrüsenüberfunktion, während bei Hunden eher eine Schilddrüsenunterfunktion auftritt.

Früherkennung von Alterserscheinungen beim Haustier

Erreicht das Haustier das Seniorenalter, sollte es regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt werden, der es auf typische Alterserkrankungen untersucht. Je früher beispielsweise eine Erkrankung der inneren Organe erkannt wird, umso besser kann sie behandelt werden. Gerade bei Krebsgeschwüren und Tumoren kann nur eine frühzeitige Behandlung das geliebte Tier retten. Doch auch wenn es sich „nur“ um Alterszipperlein wie Arthrose handelt, kann die frühe Entdeckung der Erkrankung zu einer enormen Erleichterung der Beschwerden führen. Schließlich gibt es heute auch für Tiere verschiedene geriatrische Heilangebote wie Aquagymnastik in Form einer Hydrotherapie, Packungen und Massagen. Der Tierarzt wird den Haltern des Seniors außerdem viele wichtige Hinweise zur idealen Ernährung ihres Lieblings geben, die den Bedürfnissen des höheren Alters entgegenkommt. Nahrungsergänzungsmittel stärken das Immunsystem des Tieres, die Knochen und das Herzkreislaufsystem und helfen ihm, ein langes gesundes Leben zu führen.

Ein geriatrisches Check-Up beim Tierarzt umfasst in der Regel eine gründliche allgemeine Untersuchung des Lieblings, bei u.a. Herz und Lungen mit dem Stethoskop abgehorcht werden, der Puls, das Gebiss und die Augen überprüft werden. Mit Hilfe einer Blutuntersuchung wird der Zustand der inneren Organe geprüft. Ergeben sich Hinweise auf eine Krankheit, können weitere Untersuchungen erfolgen. Mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung kann der Tierarzt beispielsweise Gelenkerkrankungen wie Arthrose, Lungen- und Herzkrankheiten diagnostizieren, während die inneren Organe mit Hilfe von Ultraschall gründlicher untersucht werden können.