hunde leine

Fast jeder kennt den Anblick, der zunächst einmal zum Schmunzeln einlädt: Nicht der Mensch führt den Hund spazieren, sondern der Hund führt den Menschen spazieren – indem er stark an der Leine zerrt und seinen Besitzer zwingt hinterher zu stolpern. Zwar wäre der Mensch vermutlich letztendlich der Stärkere, doch schließlich will er seinem Liebling nicht wehtun, indem er einen heftigen Ruck mit der Leine ausführt. So bleibt es dann oft über längere Strecken beim scheinbaren Duell Hund gegen Herrchen.

Der richtige Umgang mit zerrenden Hunden

Auf keinen Fall sollte dem Hund die Unart einfach gelassen werden, denn es drohen Verletzungen für Mensch und Tier. Der Hund ruiniert sich auf Dauer die Luftröhre, wenn er sich mit dem Halsband mehr oder weniger selbst stranguliert und so manchem Hundebesitzer wurde durch heftiges Ziehen an der Leine schon die Schulter ausgekugelt. Wie so vieles ist auch das Zerren an der Leine Erziehungssache.

Es versteht sich von selbst, dass der Hund nicht mit heftigem Ruck an der Leine „erzogen“ werden sollte. Dies ist für ihn ausgesprochen schmerzhaft und bringt dem Besitzer so manche erboste Blicke von Passanten ein, die beobachten, wie Hund und Herrchen ihren Tanz aufführen. Empfehlenswert ist der Wechsel von einem klassischen Halsband zu einem Brustgeschirr.

Die Erziehung des Hundes

Gelehrige Welpen lassen sich meist noch relativ leicht zum Gehen an der Leine erziehen ohne dass es zu dramatische Auftritten kommt. Hilfreich ist ein Quietschtier oder ein Clicker, der immer wieder die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich lenkt. Reagiert der Hund auf das Geräusch, wird er gelobt. Fängt er beim Spaziergang an zu zerren, wird das Quietschtier betätigt um ihn an die richtige Richtung zu erinnern. Irgendwann geht es dann auch ohne Quietschtier, weil der Hund verinnerlicht hat, dass Herrchen die Richtung vorgibt. Wichtig ist bei diesem Training das richtige Timing, denn der Hund soll nur dann gelobt und belohnt werden, wenn er auf das Quietschen oder Clicken reagiert und brav die richtige Richtung einschlägt. Bei einem falschen Timing könnte er möglicherweise lernen, dass ihm das Zerren an der Leine ein Leckerli einbringt.

Ältere Hunde reagieren möglicherweise nicht mehr auf Quietschtiere oder Clicker, doch dies bedeutet nicht, dass ihnen das Zerren an der Leine nicht abgewöhnt werden kann. Hier hilft eine konsequente Reaktion: Sobald der Hund zu zerren beginnt, wird die Richtung gewechselt. Auch das Gehen eines Kreises oder einer Acht um zwei Bäume herum stiftet gehörig Verwirrung beim Hund. Sobald er selbst ebenfalls die neue Richtung einschlägt, wird er gelobt. Irgendwann lernt er, dass ihm das Zerren gar nichts bringt und er nur dann „brav“ ist, wenn er in die von Herrchen oder Frauchen eingeschlagene Richtung mitläuft.

Ein Halti für den Hund

Der britische Tierverhaltenstherapeut Roger Mugford (der auch schon die Corgis der Queen betreute) schaute sich vor einiger Zeit bei Pferden das Halfter ab und entwickelte daraus das „Halti“, ein Halfter für Hunde. Es wird wie ein Maulkorb um Kopf und Maul getragen, engt den Hund jedoch nicht beim Fressen, Saufen und Hecheln ein. Allerdings kann der Besitzer über den Nasenriemen sanften Druck auf die Hundenase ausüben, wenn der Hund zu zerren beginnt. Allerdings muss der Hund erst einmal an das Tragen des Haltis gewöhnt werden und der Besitzer muss den richtigen Umgang damit lernen. Es ist sinnvoll, sich hier erst einmal beraten zu lassen. Dann kann das Halti eine sehr effektive Möglichkeit sein, dem Hund das Zerren durch sanften Druck auf die Nase abzugewöhnen.