Diabetikerwarnhund

Hunde arbeiten seit Jahrhunderten Seite an Seite mit dem Menschen. Als Hütehunde und Wachhunde, und in jüngeren Zeiten als Polizeihunde, Drogenhunde und als Blindenhunde. Relativ neu ist ein weiteres Berufsfeld der treuen Vierbeiner: Als Assistenzhunde für chronisch kranke
Menschen. Der Diabetikerwarnhund kann sein Herrchen oder Frauchen mit seiner Aufmerksamkeit sogar das Leben retten.

Nicht jeder Hund ist zum Diabetikerwarnhund geeignet

Alle Hunde haben im Vergleich zum Menschen eine sehr empfindliche feine Nase. Doch dies alleine reicht nicht als Eignung zum Diabetikerwarnbund. Genauso wichtig ist in diesem Fall ein sehr feines Gespür dafür, dass sich eine Notlage anbahnt, so dass der Hund aktiv werden kann, ehe dieser Fall – eine akute Überzuckerung oder Unterzuckerung – akut wird. Junge Hunde, bei denen dieses Gespür erkannt wird, können von geschulten Trainern ausgebildet werden. Die Rasse spielt dabei keine besondere Rolle, auch wenn einige große Hunderassen wie der Collie und der Golden Retriever als besonders gelehrig gelten. Ein zukünftiger Assistenzhund sollte darüber hinaus ein freundliches, ausgeglichenes Wesen besitzen. Ängstliche Hunde, die sich verschreckt zurückziehen oder zum Bellen neigen, und aggressive Hunde sind nicht für diese Aufgabe geeignet.

Wie hilft der Diabetikerwarnhund seinem Menschen?

Schwankungen des Blutzuckerspiegels machen sich durch eine reduzierte Sauerstoffsättigung bemerkbar, die wiederum Unterschiede im Geruch des Atems und des Schweißes auslösen. Für die menschliche Nase sind diese Unterschiede nicht wahrnehmbar, doch für die empfindliche Hundenase schon. Mit dem richtigen Gespür ahnt der Hund dann schon, dass sich bei seinem Menschen eine Notlage anbahnt und macht ihn darauf aufmerksam, indem er ihn mit der Schnauze anstupst oder ihm die Pfote auf das Bein legt. Tritt eine Notlage mitten in der Nacht auf, kann er den Diabetiker sogar wecken. Er ist in der Lage, Türen zu öffnen, das Blutzuckermessgerät und Kohlenhydrate wie Traubenzucker zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels zu holen und sogar einen Notruf abzusetzen. Tritt eine Unterzuckerung unterwegs auf, zum Beispiel beim Spaziergang, und geht mit Verwirrungszuständen einher, wird der Diabetikerwarnhund seinen Menschen zuverlässig nach Hause führen.

Kann der eigene Hund zum Diabetikerwarnhund ausgebildet werden?

Studien haben gezeigt, dass über die Hälfte der Hunde, die mit einem Typ-1-Diabetiker zusammen leben, schon einmal auf eine Unterzuckerung reagiert haben, d.h. sie erkannten auch ohne eine Ausbildung, dass mit ihrem Menschen etwas nicht stimmte. Ob der eigene bereits im Haushalt lebende Hund für eine Ausbildung geeignet ist, können geschulte Trainer beurteilen.

Wer sich mit dem Gedanken an einen Diabetikerwarnhund trägt, sollte beachten, dass der Hund 24 Stunden am Tag mit seinem Menschen zusammen sein wird und ihn nicht aus den Augen lässt. Eine entsprechend starke Zuneigung zum Haustier sollte also vorhanden sein.

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