Das sonnige Frühlingswetter macht richtig Lust darauf, stundenlang mit dem Hund durch Wald und Flur zu streifen. Dagegen ist auch eigentlich nichts einzuwenden, denn auch der Hund freut sich über die Bewegung an der frischen Luft. Allerdings dürfen Besitzer das Zeckenrisiko nicht außer Acht lassen.

Wo die Zecken lauern

Zecken sind kleine Milbentiere, die es im normalen Zustand auf knapp 4 Millimeter Länge bringen, im vollgesogenen Zustand jedoch bis zu 13 Millimeter groß und damit auch mit bloßem Auge deutlich sichtbar sind. Sie sitzen meist in hohem Gras oder im Gesträuch und damit genau auf der Höhe der meisten Hunderassen. Bei einem Spaziergang kann es also leicht vorkommen, dass eine Zecke ins Hundefell springt und sich festbeißt. Die Zeckenbisse können für den Hund nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch zur Übertragung gefährlicher Krankheiten wie der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder der Borreliose führen.

Die richtige Entfernung der Zecke

Nach Spaziergängen durch Wald und Wiesen sollte das Hundefell also stets gründlich nach Zecken abgesucht werden – notfalls mit einer Lupe. Hat sich die Zecke noch nicht festgebissen, kann sie auch ohne Hilfsmittel entfernt werden. Steckt sie jedoch schon mit dem Kopf in der Haut, darf sie auf keinen Fall mit der Hand herausgezogen werden – dabei reißt der Kopf nämlich häufig ab und ist dann umso schwerer aus der Haut zu entfernen. Eine Pinzette oder am besten eine spezielle Zeckenzange ist hier weitaus geeigneter um die Zecke mitsamt dem Kopf vollständig zu entfernen. Gehen Sie lieber direkt zum Tierarzt, der die Zecke professionell entfernt und den Umgang mit der Zeckenzange auch einmal demonstrieren kann.

Zecken auf der Wiese

Der beste Schutz vor Zecken

Vorbeugende Mittel schützen den Hund nur teilweise gegen Zeckenbefall. So sind „Spot-On“-Präparate im Handel, die dem Hund mit einer Pipette im Schulter-/Nackenbereich auf die Haut geträufelt werden und sich von dort selbst über den Körper verbreiten. Diese Präparate sorgen dafür, dass der Zecke der Appetit schnell vergeht und sie sich samt ihrer Mundwerkzeuge schnell aus der Haut zurückzieht und das Weite sucht. Eine ähnliche Wirkung haben Anti-Zecken-Halsbänder, die der Hund während der Zeckensaison von März bis Oktober tragen kann. Weder die Spot-On-Präparat noch die Halsbänder bieten jedoch einen 100%-igen Schutz vor Zeckenbefall, so dass das Fell trotzdem nach jedem Spaziergang überprüft werden sollte.

Schutzimpfungen für den Hund?

Ob eine Borreliose-Schutzimpfung für den Hund sinnvoll ist oder nicht, muss letztendlich der Besitzer  und behandelnde Tierarzt entscheiden. Bitte gehen Sie deshalb immer zum Tierarzt und lassen Sie Ihren Hund bei einem Zeckenbiss dort behandeln.

Tierärzte raten zu einer gründlichen Vorbeugung mit Spot-On-Präparaten und der täglichen Fellkontrolle. Sollte es doch einmal zu einer (sehr selten vorkommenden) Borreliose-Infektion kommen, kann diese auch erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Gegen die noch seltenere FSME-Erkrankung gibt es derzeit nur Impfstoffe für Menschen, aber nicht für Hunde, so dass auch hier im Falle einer Infektion nur die Symptome behandelt werden können. Weitere von Zecken übertragbare Krankheiten sind die Babesiose (auch als „Hundemalaria“ bekannt) und die Ehrlichiose, die jedoch eher in südlichen Gefilden auftritt und nicht in Mitteleuropa.