Urlaub mit dem Hund

Steht der Sommerurlaub vor der Tür, stehen Hundebesitzer vor einer schweren Entscheidung: Den Hund bei Verwandten, Nachbarn oder in einer Tierpension abgeben oder ihm eine möglicherweise strapaziöse lange Anreise antun? Bei Kurzreisen und Flugreisen ist es oft leichter, den Hund zuhause zu lassen, vor allem wenn es sich um einen größeren Hund handelt, der im Flugzeug nur im

Frachtraum mitfliegen darf – eine traumatische Erfahrung. Bei einer Anreise mit dem eigenen Auto ist dagegen auch bei längeren Fahrten nichts gegen die Mitnahme des Hundes einzuwenden, sofern genügend Pausen mit Bewegung eingeplant werden.

Auf die richtige Planung kommt es an

Wer mit dem Hund auf Reisen gehen will, sollte sich am besten schon lange vor der Buchung mit idealen und weniger geeigneten Reisezielen auseinander setzen. So gibt es Länder, in denen Hunde an vielen Stränden willkommen sind, während in anderen Ländern ein striktes Strandverbot für Vierbeiner gilt. In vielen beliebten Badeorten an der holländischen Nordseeküste, z.B. in Scheveningen, Katwijk aan Zee und Zandvoort sind Hunde in der Hauptsaison tagsüber am Strand ganz verboten, in den meisten Orten in Zeeland dürfen sie immerhin angeleint mit.

In Griechenland sind Hunde am Strand ganz verboten, während sie in Italien und Frankreich fast durchweg willkommen sind. War Deutschland früher recht intolerant Hunden gegenüber, wurden in den letzten Jahren immer mehr Hundestrände an Nord- und Ostsee eingerichtet, an denen die Vierbeiner willkommen sind.

Hunde mögen Hitze nicht

Hund im Urlaub

Ein weiterer Aspekt, der unbedingt beachtet werden sollte, ist die sommerliche Hitze unter der die meisten Hunde leiden – vor allem Hunderassen mit dichtem Unterfell und langen Haaren. Diese Hunde in ein heißes Land am Mittelmeer mitzunehmen, grenzt schon an Tierquälerei. Da sind beispielsweise die skandinavischen Länder wie das tierfreundliche Dänemark oder auch die britischen Inseln wesentlich geeignetere Ziele.

In südlichen Ländern ist zudem die Gefahr größer, dass sich der Hund mit gefährlichen Infektionskrankheiten wie Tollwut oder der Leishmaniose ansteckt, die von Sandmücken übertragen wird. Besonders betroffen sind u.a. die südspanische Provinz Andalusien und die süditalienische Insel Sizilien, wo 80% der örtlichen Hunde infiziert sind.

Lieber Ferienhaus als Hotel

Hund im Hotel

Ein letzter wichtiger Aspekt der Reiseplanung ist die Unterkunft: Generell sind Ferienwohnungen oder Ferienhäuser die bessere Wahl für Hundehalter, denn hier kann sich der Hund im eigenen Garten austoben und stört keine anderen Gäste mit möglichem Gebell oder Gerüchen. Wer sich jedoch lieber im Hotel verwöhnen lassen will, wo täglich das Frühstück serviert und die Betten vom Personal gemacht werden, sollte darauf achten, ein expliziert tierfreundliches Hotel zu wählen: So ist nicht nur garantiert, dass der eigene Hund willkommen ist, sondern auch, dass Hundehasser einen weiten Bogen um dieses Hotel machen.

Die Reise mit dem Auto

Hund im Auto

Für die Anreise an den Urlaubsort ist das eigene Auto sicher die beste Wahl. Für größere Hunde ist ein eigener Platz mit Bewegungsfreiheit auf der Rückbank oder im hinteren Teil des Kombi die angenehmste Art zu reisen, während kleinere Hunde in einer Box oder in einem Körbchen besser gesichert ist, wenn z.B. einmal heftig gebremst werden muss.

Idealerweise besitzt das eigene Auto eine Klimaanlage, die die Temperatur im Inneren erträglich hält. Ansonsten sollten die Scheiben abgedunkelt oder mit speziellem Sonnenschutz versehen werden, damit die Sonne nicht in den Innenraum knallt.

Bei einer längeren Fahrt sollten ausreichende Pausen eingeplant werden – mindestens alle zwei Stunden. Während der Pause sollte der Hund Auslauf und Bewegung bekommen und stets frisches Wasser zu trinken erhalten. Auf Futter sollte jedoch möglichst verzichtet werden um einer Reiseübelkeit vorzubeugen. Ein Kauknochen ist eine gute Beschäftigungsmethode und hilft außerdem, einen Ohrendruck auszugleichen, der z.B. bei Fahrten durch Tunnel oder über hohe Brücken entsteht.

Mit dem Hund auf einem Schiff

Hund mit auf dem Schiff

Ist für die Anreise eine Überfahrt per Fähre notwendig, sollte zuvor bei der Reederei nachgefragt werden, ob der Hund das Auto verlassen darf. Gerade im Mittelmeerraum ist dies nämlich häufig nicht erlaubt und der Zwangsaufenthalt im Auto kann leicht zu einem Hitzekollaps beim Hund führen. Von einer potenziellen Seekrankheit ganz abzusehen.

Auf Kreuzfahrtschiffen sind Hunde dagegen tabu. Wer diese Form des Reisens genießt, sollte während des Urlaubs einen guten Platz zuhause für seinen Hund suchen.

Hunde im Flugzeug

Es gibt eigentlich keinen wirklich zwingenden Grund, warum für eine Urlaubsreise mit Hund unbedingt das Flugzeug notwendig ist – es gibt schließlich mehr als genug Ziele, die mit dem Auto leicht zu erreichen sind und wenn es dann doch einmal eine Fernreise in die Karibik oder nach Nordafrika sein soll, muss der Hund ohnehin zuhause bleiben.

Kleine Hunde mit einem Gewicht von maximal 8kg, die in spezielle Transporttaschen passen, dürfen in den Passagierraum des Flugzeugs, müssen jedoch rechtzeitig angemeldet werden. Große Hunde müssen dagegen in einer Transportbox im Frachtraum des Fliegers reisen – für die meisten Hunde eine traumatische Erfahrung, da sie nicht wissen, wie ihnen geschieht und Herrchen oder Frauchen nicht bei ihnen ist. Ein Erlebnis, dass niemand seinem Hund für zwei Wochen Urlaub auf Mallorca antun sollte.

Hunde und die Deutsche Bahn

Warum sich Herrchen und Hund die Bahn antun sollten, ist ebenfalls schleierhaft, doch auch diese Reisemöglichkeit soll nicht unerwähnt bleiben: Kleine Hunde, die auf dem Schoss des Besitzers oder in einer Transporttasche reisen, dürfen bei der Bahn kostenlos mitgenommen werden. Für große Hunde muss dagegen der halbe Fahrpreis gezahlt werden. Auf internationalen Zugreisen wird der Kinderfahrpreis 2. Klasse fällig. Bei Reisen mit der City Night Line wird für den Hund ein Pauschalpreis von 30 Euro gefordert. Außerdem muss ein Schlafabteil zur alleinigen Nutzung gebucht werden.

Wichtig: Große Hunde, die nicht in einer Transportbox/-tasche reisen, müssen in der Bahn nicht nur angeleint sein, sondern auch einen Maulkorb tragen!

Wenn es also  die Bahn sein soll, ist die Reise mit den City Night Line-Zügen im eigenen Abteil vermutlich die beste und für den Hund entspannteste Variante – allerdings meist auch kein günstiges Unterfangen.

Bei Reisen tagsüber sollten eher mehrere Umsteigeverbindungen gewählt werden, bei denen der Hund zwischendurch Auslauf bekommt und Gassi gehen kann. Ein Hund, der ohne diese Möglichkeiten sechs-sieben Stunden lang im Zug verharren muss, ist kein glücklicher Hund.

Reisegepäck für den Hund

Hundegepäck

Unbedingt ins Gepäck gehört natürlich die Leine des Hundes, sowie das Lieblingsspielzeug und eine vertraute Decke aus dem Körbchen, damit der Hund im Hotelzimmer oder im Ferienhaus gleich weiß, wo „sein“ Eckchen ist. Während tierfreundliche Hotels zumeist Futter- und Wassernäpfe bereithalten, sind diese in der Ferienwohnung oder im Ferienhaus vermutlich nicht vorhanden und sollten daher mitgenommen werden.

Zumindest für die ersten ein-zwei Tage sollte auch schon Futter mitgenommen werden, bis am Urlaubsort ein Supermarkt gefunden wurde. Je nach Reiseland kann es auch sinnvoll sein, sich vorab im Internet zu erkunden, welche Hundefuttermarken dort angeboten werden. Dies ist besonders wichtig, wenn der Hund spezielle Bedürfnisse hat, z.B. bei einer Allergie.

Letztendlich sollte aber auch nicht vergessen werden, dass Hunde robuste Tiere sind. Solange sie ausreichend Bewegung bekommen, regelmäßig frisches Trinkwasser und leckeres Futter, gibt es für sie ohnehin nichts Wichtigeres als das Zusammensein mit Herrchen und Frauchen. Und dafür ist im Urlaub schließlich endlich mal genug Zeit!