impfung

Tierkrankheiten wie Staupe und Tollwut galten in Deutschland dank flächendeckender Impfungen und Schutzprogramme als weitestgehend besiegt. Doch Behörden und Tierschutzvereine verzeichnen seit einiger Zeit wieder einen Anstieg dieser Krankheiten in Deutschland, verursacht durch skrupellose Tierhändler aus Osteuropa, die ungeimpfte infizierte Jungtiere nach Deutschland verkaufen. Tierärzte rufen daher alle Besitzer von Hunden, Katzen und anderen Kleintieren dazu auf, ihre Haustiere unbedingt impfen zu lassen.

Mehr Aufklärung zu Tiervermehrern erforderlich

Das Internet macht es möglich: In deutschen Kleinanzeigenportalen werden immer wieder scheinbar extrem günstige Rassehunde und -katzen zum Verkauf angeboten, die aus osteuropäischen „Zuchten“ stammen. Dabei handelt es sich jedoch meist nicht um geregelte Zuchtbetriebe wie in Deutschland sondern um Qualzuchten durch skrupellose Tiervermehrer. Weibliche Zuchttiere werden unter elenden Bedingungen gehalten und als Gebärmaschinen missbraucht. Sie müssen viel zu häufig Jungtiere austragen, die dann zu früh von der Mutter getrennt werden. Die Jungtiere leiden sowohl seelisch als auch körperlich und werden oft genug ungeimpft oder mit gefälschten Impfpässen ihren neuen Besitzern in Deutschland übergeben. Dabei schleppen sie Krankheiten wie Staupe, Tollwut oder Parvovirose mit ein.

Tierschutzvereine warnen vor dem Kauf extrem günstiger Zuchttiere aus Osteuropa, die fast immer von derartigen Tiervermehrern stammen. Durch die zunehmende Aufklärung im Westen verlagern sich die Hundehändler in letzter Zeit verstärkt auf die Mitleidsmasche: Sie geben sich im Internet als angebliche Tierschützer aus, die die „armen Tiere“ befreit haben und nun ein liebevolles Heim für sie suchen. Meist werden diese Jungtiere als „geimpft, entwurmt und gechipt“ angepriesen, doch dabei handelt es sich meist um Fälschungen. Wer unbedingt ein reinrassiges Jungtier kaufen möchte, sollte sich an einen einheimischen deutschen Züchter wenden und tiefer in die Tasche greifen um das Leid der Tiere in Osteuropa zu mindern. Und wer einfach nur ein Haustier zum Liebhaben sucht, findet in deutschen Tierheimen mehr als genug Auswahl.

Schutzimpfungen für Hund und Katze beim Tierarzt

Durch den Import der mit Krankheiten infizierten Jungtiere aus Osteuropa sind auch einheimische Wildtier- und Nutztierpopulationen gefährdet. Dadurch steigt für Hunde und Katzen in Deutschland die Gefahr einer Infektion mit als längst besiegt geltenden Krankheiten wie Tollwut oder Staupe wieder. Diese Krankheiten sind nur schwer zu behandeln und verlaufen für das erkrankte Tier meist tödlich. Tierbesitzer sollten daher unbedingt darauf achten, dass der Impfschutz für ihre Lieblinge vollständig ist. Für Hunde sind beispielsweise folgende Impfungen erforderlich, die in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden müssen.

  • Tollwut
  • Staupe
  • Parvovirose
  • Leptospirose
  • Hepatitis
  • Zwingerhusten
  • Borreliose

Für Katzen gelten folgende Schutzimpfungen:

  • Tollwut
  • Katzenschnupfen
  • Katzenleukose
  • Katzenseuche

Alle Impfungen erfolgen nach den Impfleitlinien zur Impfung von Kleintieren, die von der Ständigen Impfkommission vet. Im Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) festgelegt werden. Dabei erhält jedes Haustier seinen eigenen Impfpass, in dem die regelmäßigen Impfungen vermerkt sind. Dieser Impfpass ist auch beim Grenzübertritt mit dem Hund oder der Katze auf Reisen unbedingt notwendig.