Sandmuecke

Der Klimawandel hat Europa bereits die ersten asiatischen Tigermücken und Anopheles Mücken beschert, die Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber mit sich bringen. Nun wurden in Hessen zum ersten Mal Sandmücken vom Typ Phlebotomus mascittii entdeckt, die bisher nur in den Tropen und im Mittelmeerraum heimisch waren. Das Auftreten der Sandmücken sollte vor allem Tierbesitzer alarmieren, denn die Blutsauger

gelten als Überträger der gefährlichen Infektionskrankheit Leishmaniose.

Wer ist von Leishmaniose betroffen?

Die Leishmaniose greift Wirbeltiere an, darunter den Menschen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO werden jedes Jahr rund 2 Millionen Menschen neu mit einer der beiden Formen kutaner oder viszeraler Leishmaniose infiziert. Weit häufiger sind jedoch Tiere betroffen, darunter auch Hunde. In der südspanischen Provinz Andalusien gelten beispielsweise 42% der Hundepopulation als infiziert. Tierärzte raten Hundebesitzern daher stets zu einer Schutzimpfung gegen Leishmaniose, wenn der Hund mit in den Urlaub am Mittelmeer genommen werden soll. Verbreitet sich die Sandmücke nun weiter in Deutschland, könnte es bald sinnvoll sein, Hunde ganz allgemein gegen Leishmaniose zu impfen.

Wie wird Leishmaniose übertragen?

Die Sandmücke ist der einzige Überträger der sogenannten Leishmanien, die nach ihrem Entdecker William Boog Leishman benannt wurden. Dabei handelt es sich um winzige Einzeller, die beim Stich der Sandmücke mit dem Speichel auf den neuen Wirt übertragen werden. Bei der leichteren Form der Erkrankung, der kutanen Leishmaniose, ist lediglich die Haut befallen. Gefährlicher ist die viszerale Leishmaniose, die auch die inneren Organe befällt und zum Tode führen kann.

Nach dem Stich bilden sich beim Hund Ekzeme, in deren Wundsekret Leishmanien nachgewiesen werden können. Allerdings können die Parasiten an der Luft nur wenige Minuten überleben, so dass auf den Boden getropftes Wundsekret nicht schädlich ist. Auch vom Blut, Urin, Kot oder Speichel geht keine Gefahr aus. Dennoch sollte bei einem infizierten Hund größte Hygiene gewahrt werden.

Wie erkenne ich Leishmaniose Symptome?

Zunächst treten unspezifische Symptome wie Durchfall, Appetitlosigkeit und schnelles Ermüden auf. Der Hund hechelt viel und scheint verstärkt unter Hitze zu leiden. Erst später manifestiert sich das klassische Symptom der Leishmaniose, ein ausgefranster Rand der Ohren, den viele Hundebesitzer zunächst fälschlich als Insektenbisse erkennen. Von den Ohren zieht sich das Ausfransen dann über den Kopf und den Körper, häufig begleitet von Schuppenbildung und Hautläsionen.

Tierärzte testeten bislang nur dann auf Leishmaniose, wenn der Hund zuvor im Mittelmeerraum unterwegs war. Durch das Auftreten der Sandmücke in Deutschland kann nun jedoch nicht mehr ausgeschlossen werden, dass die Krankheit auch innerhalb der Landesgrenzen auftreten kann. Zeigt der eigene Hund also entsprechende Symptome, sollte er vom Tierarzt auf Leishmaniose getestet werden.

Wie wird die Leishmaniose behandelt?

Bestätigt sich der Verdacht, muss der Hund mit Chemotherapie behandelt werden. Eine vollständige Heilung ist nicht möglich, doch zumindest kann dem Hund so noch einige Monate oder sogar Jahre lang ein angenehmes Leben bereitet werden. Sollten Symptome auftreten, bitte SOFORT zum Tierarzt. Der Tierarzt kann entsprechend beraten und weiß genau was zu tun ist.