katze

Manche Katzen äußern sich nur selten verbal – sie miauen, wenn Herrchen seit Stunden mit der Fütterung überfällt ist oder fauchen, wenn ihnen ein anderes Tier in die Quere kommt. Andere Katzen sind dagegen regelrechte Dauerquassler, die stundenlang miauen. Doch wie lässt sich herausfinden, warum die Katze ständig miaut und wie kann sie beruhigt werden?

Hormonell bedingtes Miauen

Ist die Katze nicht kastriert, hat dauerhaftes Miauen meist einen hormonellen Hintergrund. Weibliche Katzen werden mit sechs Monaten erstmals rollig, d.h. sie sind dann paarungsbereit und machen mit lautem Maunzen auf sich aufmerksam. Maunzt ein unkastrierter Kater, hat er vermutlich eine rollige Katze in der Nachbarschaft gewittert und will diese auf sich aufmerksam machen. Eine Kastration ist für beide Geschlechter sinnvoll, sofern mit ihnen nicht gezüchtet werden soll. Ein unkastrierter Kater kann in der Nachbarschaft schnell für Ärger sorgen, während es bei einer unkastrierten Katze zur Dauerrolligkeit kommen kann. Diese kann schwere Erkrankungen wie Zysten oder eine Gebärmutterentzündung nach sich ziehen.

Maunzen aus Langeweile

Dauermiauen kommt bei Wohnungskatzen wesentlich häufiger vor als bei Freigängern. Nervt die Katze mit ständigem Maunzen, will sie vermutlich beschäftigt werden. Ideal ist ein großer Kratzbaum mit vielfältigen Spielmöglichkeiten, Kratzbrettern und einem hohem Ausguck. Zusätzlich sollte sich der Mensch mit ihr beschäftigen, zum Beispiel mit Bällen, Korken oder einem Laserpointer. Ist die Katze allein, kann es sinnvoll sein, sie mit einer zweiten Katze zu vergesellschaften. Manche Katzen gehen auch gerne am Katzengeschirr spazieren. Es lohnt sich, verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten auszuprobieren um zu sehen, was der Katze Spaß macht.

Maunzen vor Schmerzen

Ist die Katze jahrelang eher ruhig gewesen und macht plötzlich mit ständigem Miauen auf sich aufmerksam, kann es sein, dass sie unter Schmerzen leidet. Sie „jammert“ ihren Besitzer dann wortwörtlich an und bittet ihn um Hilfe. Eventuell lassen sich bei einer genaueren Beobachtung weitere Symptome feststellen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die miauende Katze dem Tierarzt vorzustellen um sie körperlich zu untersuchen.

Anerzogener Katzenjammer

Oft ist handelt es sich beim ständigen Miauen um einen Erziehungsfehler. Wie beim Menschen gibt es auch unter den Katzen „Dauerquassler“ und stille Wasser. Bemerkt ein junges Kätzchen, das es durch ständige Quasseln (in Form von Miauen, Maunzen und ähnlichen Lauten) Aufmerksamkeit und Belohnung erfährt, wird es sich dadurch ermutigt fühlen und immer weiter maunzen. Es ist daher sinnvoll, dem kleinen Kätzchen erst gar nicht beizubringen, das herziges Maunzen zu einem Leckerli führt.

Wird eine erwachsende Katze übernommen, die einen Hang zum Dauerquasseln hat, muss ihr dies konsequent abgewöhnt werden. So sollte sie niemals durch Maunzen ein Leckerli erquängeln dürfen. Darf die Katze das Haus z.B. aufgrund der Witterung nicht verlassen, darf auch nicht nachgegeben werden, wenn sie beharrlich vor der verschlossenen Türe maunzt und jammert. Wird ihr nur ein einziges Mal nachgegeben, weiß sie, dass sie mit ihrem Quängeln zum Ziel kommt – und die schlechte Angewohnheit nicht abstellen.