Katzenminze

Der Geruch von Katzenminze (Nepeta cataria) scheint Katzen magisch anzuziehen. Tatsächlich duftet die hellblau blühende Pflanze recht angenehm nach einer Mischung aus Pfefferminze und Zitrone, doch dies ist nicht der Hauptgrund, warum sie auf Katzen eine so durchschlagende Wirkung hat: Tatsächlich steckt in der Pflanze Nepetalacton, der wiederum einer Substanz ähnelt, die weibliche

Katzen ausscheiden, sofern sie nicht kastriert sind. Vor allem Kater reagieren deswegen ganz extrem auf die Katzenminze, die sie an die Gerüchte des Paarungsrituals erinnern. Wächst die Katzenminze frisch im Garten, kommt es vor, dass sich Kater oder Katze darin wälzt, glücklich schnurrt und das Kraut sogar anknabbert.

Erstaunlich ist dabei jedoch, dass alte und sehr junge Katzen sich nicht für Katzenminze interessieren – wohl aber kastrierte Tiere. Damit dürfte eine aphrodisierende Wirkung des Krautes ausgeschlossen sein. Insgesamt sind ohnehin nur rund 50 Prozent aller Katzen für Katzenminze empfänglich.

Katzenminze bringt die Mieze auf Trab

Katzenminze in getrockneter Form kann dazu beitragen, dass sich die Katze entspannt und so beispielsweise auch in eine Transportbox gelockt werden kann. Immer mehr Spielzeug wird mit Katzenminze behandelt, damit die Katze sich besonders gern mit diesem Spielgerät beschäftigen. Dies kann zum Beispiel bei eher phlegmatischen übergewichtigen Katzen sehr hilfreich sein, die durch Katzenminze auf einmal wieder in Schwung geraten.

Katzenminze zuhause züchten

Der bequeme Weg ist natürlich die Zoohandlung, die präpariertes Spielzeug oder getrocknete Katzenminze in kleinen Beutelchen anbietet (meist unter dem englischen Namen „Catnip“ der Katzenminze). Wer jedoch Platz im Garten oder auf dem Balkon hat, kann die Katzenminze auch zuhause züchten. Die Pflanze stammt zwar eigentlich aus Südeuropa, ist mittlerweile jedoch auch in Deutschland heimisch und wächst sogar in vielen Regionen wild. Als Zuchtpflanze kann sie in Beeten oder großen Blumentöpfen gezüchtet werden.

Die Katzenminze macht übrigens nicht nur Katzen verrückt, sondern kann auch dem Menschen helfen: So war früher Tee aus Katzenminze weit verbreitet, der u.a. bei Erkältungen, Krämpfen und Atemwegsproblemen hilft. Das in der Katzenminze enthaltende Actinidin sorgt für eine beruhigende Wirkung und kurbelt nach einem üppigen Essen die Verdauung an.

Überdosis Katzenminze vermeiden

Während Katzenminze auf die meisten Katzen beruhigend oder euphorisierend wirkt, können manche Katzen auch regelrecht aggressiv reagieren. Bekommt die Katze nach dem Kontakt mit Katzenminze einen Tobsuchtsanfall oder versucht sich in den eigenen Schwanz zu beißen, sollten ihr präparierte Spielzeuge lieber wieder weggenommen werden.

Giftig ist die Katzenminze übrigens nicht – selbst wenn die Mieze im glücklich-berauschten Zustand den halben Busch auffrisst, wird sie davon höchstes Bauchgrimmen bekommen. Die meisten Katzen reagieren etwa zehn Minuten lang auf den Einfluss des Krautes, danach verliert es seine Wirkung und es kann bis zu zwei Stunden dauern, bis die Katze wieder für Katzenminze empfänglich ist. Dies sollten Besitzer beachten, die das Tier auf diese Weise z.B. in eine Transportbox locken wollen.