Besitzer älterer Hunde kennen das Problem: Der Liebling verliert auch im Haus immer wieder unverhofft ein wenig Urin oder sogar Kot. Mit dem Nachlassen der Stubenreinheit hat dies nichts zu tun und der Hund leidet meist genauso darunter wie sein Besitzer. Inkontinenz – ein Problem, das auch älter werdende Menschen kennen – betrifft weit mehr Hunde als viele denken.

Wie kommt es zur Inkontinenz bei Hunden?

Besonders häufig sind kastrierte Hündinnen von Inkontinenz betroffen. Vermutlich liegt das an der nachlassenden Festigkeit des Bindegewebes am Schließmuskel, der normalerweise „dicht“ hält, sowie am kastrationsbedingt niedrigen Östrogenspiegel. Wobei zwischen der Kastration und dem Beginn der Inkontinenz durchaus Jahre liegen können.

Daneben sind jedoch auch unkastrierte Hündinnen und Rüden manchmal von Inkontinenz betroffen. Oft liegen hier medizinische Ursachen vor, zum Beispiel Harnsteine, Polypen, Tumore oder Nervenverletzungen. In seltenen Fällen kann die Inkontinenz auch auf eine schwere Erkrankung hinweisen, zum Beispiel auf Diabetes oder Nierenprobleme: Dann benötigt der Hund mehr Flüssigkeit und durch das verstärkte Trinken erhöht sich entsprechend der Druck auf die Blase.

Der Verlust von Kot ist dagegen sehr selten und wird meist nur bei älteren Hunden mit einer kognitiven Dysfunktion festgestellt. Diese Hunde „vergessen“ dann einfach, dass sie nur beim Spaziergengehen ihr Geschäft verrichten sollen.

Wie wird Inkontinenz beim Hund behandelt?

Wird eine Inkontinenz beim Hund festgestellt, sollte der Besitzer auf keinen Fall mit dem Tier schimpfen – es kann ja nichts dafür und leidet vermutlich genauso sehr darunter. Stattdessen sollte der Hund zum Tierarzt gebracht werden, damit dieser die Ursache für die Inkontinenz ermitteln kann. Liegen beispielsweise medizinische Gründe vor, müssen diese entsprechend behandelt werden. Gegen Blasenentzündungen werden meist Antibiotika verordnet, während Tumore oder Nervenschäden operiert werden müssen.

Tabletten mit 80% Erfolgschancen

Handelt es sich um eine typische altersbedingte Inkontinenz bei einer Hündin, wird der Tierarzt hingegen ein spezielles Medikament verordnen, das täglich ins Futter gegeben wird. Diese Tabletten sorgen dafür, dass der Schließmuskel wieder gestärkt wird und dicht hält. In bis zu 80% aller Fälle haben sich die Tabletten als erfolgreich erwiesen.

Wer daran glaubt, kann es auch mit homöopathischen Mitteln versuchen – aber auch hier erst nach Klärung der Ursache für die Inkontinenz beim Tierarzt. Ist die Inkontinenz nicht heilbar, muss der Hund Windeln tragen – derartige Produkte gibt es sowohl für Hündinnen als auch für Rüden im Fachhandel.