In kaum einem Bereich prallen Meinungen so unversöhnlich hart aufeinander wie bei der Alternativmedizin: Die einen sind felsenfest von der Wirkung von Globuli, Schüßler-Salzen, Bachblüten und ähnlichem überzeugt, die anderen sind mindestens genauso felsenfest davon überzeugt, dass es alles Humbug ist. Während der Mensch für sich selbst entscheiden kann, ob er sich durch Globuli geheilt fühlt, haben Haustiere diese Wahl nicht. Daher sollte auch der überzeugteste Anhänger von alternativen Behandlungen hier das Für und Wider sorgfältig abwägen.

Was ist Homöopathie eigentlich?

Der Homöopathie liegt die Lehre des deutschen Arztes Samuel Hahnemann zugrunde, der Ende des 18. Jahrhunderts das Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“ entwickelte. Dabei wurden die zumeist giftigen Wirkstoffe extrem verdünnt, ehe sie verabreicht wurden. Allerdings konnte die Wirksamkeit der hochpotenzierten Mittel – der sogenannten Globuli – nie wissenschaftlich belegt werden. Nachdem die Homöopathie über viele Jahrzehnte ein Nischendasein führte, erlebte sie in den letzten Jahren einen regelrechten Boom, nicht zuletzt weil immer mehr Menschen nach sanften natürlichen Alternativen zu den chemischen Keulen der Allgemeinmedizin und dem gewinnorientierten Gebaren der Pharmakonzerne suchten.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Die meisten Menschen verwechseln Homöopathie mit Pflanzenheilkunde (Phytotherapie). So ergab eine Umfrage des Allensbach-Institutes im Jahr 2009, dass über 80% der Befragten homöopathische Mittel für pflanzliche Mittel halten und nur 17% über das Verdünnungsprinzip informiert waren. Unter diesem Aspekt sollten auch die unzähligen „Homöopathie für Katzen“-Ratgeber betrachtet werden, die heute kursieren.

So wirken die Naturheilmittel

Neugierige Katze

Bei manchen leichten Krankheiten können homöopathische Mittel bei Katzen durchaus Erfolge erzielen. Sowohl bei äußeren Wunden, Juckreiz und Entzündungen, können homöopathische Mittel helfen. Viele dieser Naturheilmittel sind zudem schmerzstillend und helfen, geschädigte Nerven zu regenerieren.

Bei den meisten Verletzungen und Erkrankungen sollten die homöopathischen Mittel jedoch nur unterstützend eingesetzt werden. Viele Naturheilmittel wirken sich zwar positiv auf die Heilung von Knochenbrüchen aus, doch es liegt auf der Hand, dass eine Katze, die sich beim Sturz vom Balkon aus dem 4. Stock das Bein gebrochen hat, nicht ausschließlich mit einer Tinktur behandelt werden darf – Knochenbrüche gehören unbedingt in ärztliche Behandlung!

Immer den Tierarzt konsultieren!

Letztendlich sollte sich jeder Tierbesitzer vor Augen halten, dass er selbst stets die Wahl hat, den homöopathischen Mittelchen zu vertrauen. Es ist jedoch zwingend anzuraten, einen Tierarzt aufzusuchen, der nicht nur die Auswahl der Naturheilmittel übernimmt, sondern auch Tipps zur Einnahme geben kann.