Die „fünfte Jahreszeit“ nähert sich ihren Höhepunkt, der in diesem Jahr auf den 3.März (Rosenmontag) fällt. Während es jedem menschlichen Narren natürlich freigestellt bleibt, sich über die Faschings- bzw. Karnevalstage in verrückte Kostüme zu hüllen und auf den Straßen zu singen und zu tanzen, doch für Tiere ist der Straßenkarneval eine mindestens genauso grausame Erfahrung wie die Böllerei zu Silvester. Das gilt für Katzen und Käfigtiere, die sich zwar in der sicheren Wohnung befinden, aber immer wieder „Pistolenschüssen“ von der Straße und lauter Musik ausgesetzt sind und noch viel mehr für Hunde, die von manchen verantwortungslosen Besitzern mit in den Trubel genommen werden.

Keine Hunde im Straßenkarneval!

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Auf „witzige“ Tierkostüme, die aus dem Schoßhündchen einen Drachen machen sollte ebenso verzichtet werden wie darauf, das Tier mit buntem Haarspray einzufärben. Die Chemikalien in diesen meist billig hergestellten Sprays kann die Haut des Hundes stark angreifen. Überhaupt sollte der Hund am besten so weit wie möglich vom Faschingstreiben ferngehalten werden. Die laute Musik strapaziert sein Gehör ebenso wie die Geräuschkulisse aus falschen Pistolenschüssen, Plastiktrompeten, Rasseln und anderen Krachmachern.

Dazu wird kein Karnevalsjeck seinen Hund stundenlang auf dem Arm tragen können – und auf dem Boden lauern noch ganz andere Gefahren wie fallengelassene, zerbrochene Trinkgläser und ihre Scherben oder klebrige Bonbonreste, an denen der Hund nascht und sich prompt den Magen verdirbt.. Davon abgesehen, dass es gewöhnlich nicht lange dauert, bis die ersten alkoholisierten Narren herum zu stolpern beginnen und dabei einen kniehohen Hund im Gedränge leicht übersehen. Versetzen Sie sich in die Lage des Tieres: Gefangen zwischen vielen Menschen, die weit größer sind und ihm jeden Blick versperren und dabei oft schwanken oder tanzen, so dass er ständig Tritten ausweichen muss. Den Hund hier mitzunehmen ist einfach nur Tierquälerei. Wer sich in der Heimatstadt ins Getümmel werfen und den Hund nicht alleine zuhause lassen will, sollte in dieser Zeit einen Sitter finden, der das Tier solange bei sich aufnimmt.

Karneval zuhause

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Wer direkt an der Wegstrecke eines größeren Karnevalsumzugs wohnt, sollte Haustierkäfige an diesen Tagen möglichst weit weg von den entsprechenden Fenstern stellen. Auch kleinere Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Vögel leiden nämlich unter der Lärmkulisse aus Marschmusik mit dicken Trommeln, blechernen Schlagern aus Lautsprechern und Plastiktrompeten.

Wer eine Karnevalsparty zuhause plant, sollte die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie auch bei anderen Partys beachten, d.h. Käfige solange in ein ruhiges Zimmer bringen und Tiere wie Hund oder Katze für diesen Abend möglichst bei einem Sitter unterbringen. Lässt sich nicht vermeiden, dass der eigene Hund oder die Katze während der Party anwesend ist, sollte zumindest darauf geachtet werden, dass das Tier jederzeit flüchten kann, zum Beispiel in den ruhigsten Raum der Wohnung. Auch sollten die Partygäste angehalten werden, mit dem Tier keinen Schabernack zu treiben, z.B. durch Kostümierungen wie Cowboyhüte oder Sonnenbrillen um dann „witzige“ Bilder zu schießen, die sofort bei Facebook & Co. geteilt werden. Während die Katze meist wenig Geduld mit solchen Scherzbolden hat und nach einem Tatzenhieb das Weite sucht, lässt der Hund derartige Aktionen meist über sich ergehen und leidet still. Dies bedeutet jedoch nicht, dass er Spaß an der Sache hat.