Für viele Tierbesitzer gibt es nicht schöneres als abends im Bett den warmen Körper des Hundes oder der Katze neben sich zu spüren. Andere sind dagegen der Ansicht, dass Haustiere nichts im Bett von Herrchen oder Frauchen zu suchen haben. Für beide Meinungen gibt es gute Gründe.

Studie besagt: Tiere im Bett tun gut

Eine große Studie der US-amerikanischen Mayo Clinic in Scottsdale ergab, dass 56% der befragten Tierbesitzer ihren Hund oder ihre Katze im Bett schlafen ließen. Fast die Hälfte (41%) erklärte, dass das Tier ihnen beim Einschlafen hilft. Die Anwesenheit des Tieres, seine Wärme und seine ruhigen Atemzüge werden als beruhigend empfunden. Nur jeder Fünfte (20%) fühlte sich ab und zu durch das Tier gestört und wurde von ihm aufgeweckt.

Schon länger sind Therapeuten der Ansicht, dass sich eine enge Bindung von Mensch und Tier – wozu auch das Schlafen „im Rudel“ gehört – wohltuend für beide Seiten auswirkt. Gerade der Hund ist glücklich, wenn er seinem Menschen stets möglichst nahe sein kann. Bei Menschen, die unter Depressionen leiden, kann die Anwesenheit des Tieres sogar zu einer Linderung der Symptome führen.

Der Knackpunkt Hygiene

Eine Ablehnung des Tieres im Bett erfolgt meist aus hygienischen Gründen. Der Gedanke, nachts mit einem Hund zu kuscheln, in dessen Fell möglicherweise Flöhe sitzen oder der mit schmutzigen Pfoten ins Bett springt, ist natürlich wenig angenehm. Allerdings liegt es vor allem am Besitzer auf die Hygiene des Hundes zu achten. Parasiten können zum Beispiel ferngehalten werden, indem der Hund regelmäßig gebürstet und auf Flöhe und Zecken untersucht wird. Eine regelmäßige Entwurmung ist ganz unabhängig vom Schlafplatz Pflicht um Hund und Katze von internen Parasiten zu befreien.

Damit Tiere keinen Schmutz von außen mitbringen, können ihnen abends die Pfötchen kurz abgewaschen werden. Wobei dies bei Katzen mit ihren ausgeprägten Sinn für Sauberkeit ohnehin kein Problem darstellt. Bei Hunden ist es sehr sinnvoll, ihnen einen festen Platz im Bett mit eigener Decke zuzuweisen, z.B. am Fußende. So sind sie ganz nahe, ohne den schlafenden Menschen zu behindern oder ihre Haare auf der Bettwäsche zu hinterlassen.

Wichtig: Auch an später denken

Niemand würde einen niedlichen Welpen von der Bettkante schubsen. Schließlich benötigt das süße junge Hündchen ja noch viel Nestwärme. Allerdings werden alle Haustiere irgendwann älter. Niedlich sind sie dann nicht mehr, dafür können sie unangenehme Gerüche entwickeln und sabbern. Leider ist es dann meist nicht mehr möglich, den Hund aus dem Bett in ein Körbchen zu verbannen, denn er hat das Bett längst als „seine“ Schlafstätte akzeptiert und wird sich nicht mehr daraus vertreiben lassen. Tierbesitzer müssen sich also darüber im Klaren sein: Darf der junge Hund oder die junge Katze anfangs mit ins Bett, wird sich das Tier später kaum noch umgewöhnen.

Weiterhin sollten stets klare Grenzen gezogen werden. Teilt der Hund beispielsweise mit zwei Menschen das partnerschaftliche Bett, sollte ihm anerzogen werden, dass sein Platz am Fußende ist. Drängt er sich immer wieder zwischen das Paar um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, ist dies eine Unart, die nicht geduldet werden darf. Wird dem Hund zu viel erlaubt, kann es sogar vorkommen, dass er das Bett irgendwann als sein Revier begreift und seine Menschen nicht mehr hereinlassen will.

Letztendlich  muss jeder Tierbesitzer selbst entscheiden. Es gibt keine zwingenden Gründe, warum Hund oder Katze nicht bei ihrem Menschen schlafen sollten, doch die Entscheidung will gut überlegt sein.

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