Tierheim

Viele Menschen lehnen erwachsene Tiere aus dem Tierheim ab, weil sie fürchten, dass diese bereits psychisch angeschlagen sind und Verhaltensauffälligkeiten mitbringen. Andere entscheiden sich dagegen bewusst für ein Tier aus dem Tierheim um ihm ein neues liebevolles Zuhause zu geben. Letztendlich ist dies eine Entscheidung, die jeder für sich selbst fällen muss. Allgemein ist jedoch zu sagen, dass ein Tier aus dem Tierheim keine schlechtere Wahl sein muss. Im Gegenteil: Wer einem Tier aus dem Tierheim ein neues Zuhause gibt, vermeidet die heute immer mehr um sich greifenden „Großzuchten„, bei denen Tiere wahllos vermehrt und dann über das Internet oder Zoohandlungen verkauft werden.

Das richtige Tier im Tierheim finden

Tierheime gibt es in jedem größerem Ort. Es kann durchaus sinnvoll sein, zunächst verschiedene Tierheime zu besuchen und das Gespräch mit den Mitarbeitern zu suchen um sich ein besseres Bild von den Lebensumständen der Tiere zu machen. Gute Mitarbeiter nehmen sich Zeit für Besucher, beantworten Fragen und stellen in Frage kommende Tiere vor. Auf die Tipps der Mitarbeiter sollte dabei unbedingt geachtet werden, denn sie kennen ihre Tiere und ihre Vorgeschichte am besten. So empfindet der Besucher den kleinen scheinbar niedlichen Hund möglicherweise als geeigneten neuen Mitbewohner für seine Familie mit drei kleinen Kindern, während der Tierheimmitarbeiter genau weiß, dass der Hund einer verstorbenen Seniorin gehörte und mit den Kindern hoffnungslos überfordert wäre. In den meisten Tierheimen müssen zukünftige Tierbesitzer einen Selbstauskunftsbogen ausfüllen und über ihre Wohnsituation Auskunft geben. Dies geschieht nicht aus reiner Neugier oder gar Datensammelwut, sondern um möglichst passende Tiere zu finden.

Die Vermittlung des Tieres

In den wenigsten Fällen wird der zukünftige Besitzer seinen neuen Liebling sofort aus dem Tierheim mitnehmen. Besser ist ein langsames gegenseitiges Kennenlernen bei mehreren Besuchen. So lässt sich leichter feststellen ob die Chemie stimmt und wie sich das Tier an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten verhält. Bei Hunden liegen gemeinsame Spaziergänge auf der Hand, mit einer Katze kann im Tierheim gespielt werden. Ist eine Entscheidung gefällt worden und das neue Tier soll einziehen, wird das Tierheim generell eine sogenannte Vorkontrolle durchführen: Dabei besucht ein Mitarbeiter das Haus des zukünftigen Tierbesitzers um die im Selbstauskunftsbogen gemachten Angaben zu überprüfen. Auch dies geschieht zum Wohl des Tieres um sicher zu stellen, das z.B. nicht über den vorhandenen Garten mit viel Auslauf für Hund und Katze gelogen wurde. Verläuft die Vorkontrolle zufriedenstellend, kann der neue Mitbewohner umziehen. Der Besitzer zahlt dann eine Schutzgebühr an das Tierheim. Mit diesem Geld wird der Betrieb des Tierheims sichergestellt und soll außerdem verhindern, dass skrupellose Mitmenschen Tiere kostenlos aus dem Tierheim mitnehmen um sie dann gewinnbringend an völlig ungeeignete Menschen zu verkaufen. Die Schutzgebühr hängt vom jeweiligen Tier und vom Tierheim ab. Bei einem Hund muss mit einer Schutzgebühr von etwa 100-300 Euro gerechnet werden.

Das neue Leben des Tieres

Für das Tier ist der Umzug eine aufregende Sache. In den ersten Tagen benötigt der neue Mitbewohner viel Ruhe und Zuwendung. Idealerweise wird das Tier am Wochenende geholt, damit der Besitzer viel Zeit hat ihm die Eingewöhnung zu erleichtern. Viele Tierheimtiere haben in ihrem früheren Heim schlechte Erfahrungen gemacht und reagieren ängstlich oder mit Misstrauen auf ihr neues Umfeld. Hier ist Geduld gefragt. Hat sich das Tier nach ein-zwei Wochen allmählich eingewöhnt und wird zutraulicher, sollte es dem Tierarzt vorgestellt werden. Tierheime achten zwar auf regelmäßige tierärztliche Kontrollen und führen Entwurmungen und Impfungen durch, doch es ist besser, wenn sich der eigene Tierarzt ein Bild vom gesundheitlichen Zustand des Tieres macht.