Die Katze und Süßes

Katzenbesitzer, die ihrer Samtpfote ab und zu Schokolade anbieten, machen dabei meist die Feststellung, dass süße Leckereien gerne verschmäht werden. Dass die Mieze so wählerisch ist, wurde ihr von Mutter Natur in die Wiege gelegt: Eine Katze verfügt im Schnitt über 500 Geschmacksknospen auf der Zunge – der Mensch dagegen über 9.000. Besonders auffällig ist dabei die Abwesenheit der Geschmacksknospen für Süßes: Was beim Menschen helle Begeisterung und Glücksgefühle auslöst, schmeckt der Katze ungefähr so gut wie ein Stück Pappe: Nämlich gar nicht. Schuld daran ist ein Gendefekt, der die entsprechenden Rezeptoren auf der Katzenzunge funktionsuntauglich macht.

Bestimmtes Gen im Katzenerbgut fehlt

Wissenschaftler beschäftigten sich schon 2005 mit dem Geschmackssinn der Katze um herauszufinden, warum sie so wenig Lust auf Süßes hat. Sie konzentrierten sich dabei auf die genetische Untersuchung der beiden Eiweiße T1R2 und T1R3, die normalerweise als Erkennungsprotein für Süßes fungieren. Dabei stellten sie fest, das auf dem T1R2-Gen eine ganze Region im Erbgut der Katze fehlte, so dass die Rezeptoren der Geschmacksknospen nicht funktionieren. Dieser Gendefekt betrifft nicht nur Hauskatzen, sondern auch Wild- und Großkatzen wie Tiger und Geparden. Nicht eindeutig geklärt werden konnte jedoch die Frage, ob die Katze zum reinen Fleischfresser wurde, eben weil ihr das Gen fehlt oder ob sich das Gen im Laufe der Evolution zurückgebildet hat, weil sich die Katze ausschließlich von Fleisch ernährte.

Der Geschmack der Katze

Die Geschmacksknospen der Katze sind stattdessen stark auf Aminosäuren ausgerichtet, die in tierischem Protein stecken. Dazu ist der Geschmackssinn eng mit dem Geruchssinn verbunden. So riecht die Katze tierische Fette und stürzt sich mit Begeisterung auf das schmackhafte Essen. Riecht das Essen jedoch für sie unangenehm, wird sie es nicht anrühren. Die Futtermittelindustrie arbeitet seit Jahren daran, Katzenfutter – auch mit künstlichen Zutaten genau auf ihre Sinne auszurichten. So mag die Katze Futter in häppchengroßen Brocken lieber als ein großes Stück – wie so mancher Katzenbesitzer gelernt hat, der seiner Katze das Dosenfutter zunächst zerkleinern muss.

Nur gegen eines sind die Hersteller machtlos: Am besten schmeckt der Katze leicht angewärmtes Essen, das in etwa der Körpertemperatur einer erlegten Beute entspricht. Katzenbesitzer sollten das Futter daher möglichst nicht im Kühlschrank aufbewahren, sondern bei Zimmertemperatur im Schrank.