Seit einigen Jahren wird das klassische Röntgen zunehmend vom digitalen Röntgen abgelöst. Dies hat für menschliche und auch für tierische Patienten große Vorteile. So kommt das digitale Röntgen mit wesentlich niedrigeren Strahlendosen aus und reduziert damit die körperliche Belastung. Zudem ist es nicht mehr erforderlich, Röntgenfilme zu belichten und die Aufnahmen als fertige Bilder zu betrachten. Stattdessen zeigt das digitale Detektorsystem die Aufnahme in wesentlich höherer Auflösung auf einem Bildschirm an. Dies beschleunigt die Untersuchung, da keine Filme mehr entwickelt werden müssen: Die digitalen Röntgenbilder stehen sofort nach der Aufnahme bereit und können am Bildschirm vergrößert werden. Ein weiterer Vorteil: Alle Aufnahmen können digital abgespeichert werden. So kann der Tierarzt jederzeit frühere Röntgenaufnahmen zu Rate ziehen, wenn das Haustier mit Beschwerden in die Praxis gebracht wird. Auch könnte er die Röntgenaufnahmen bei Bedarf einem Kollegen per E-Mail oder über einen Cloudspeicher zukommen lassen um eine zweite Meinung einzuholen.

Digitales Dentalröntgen als eigenständige Untersuchung

Wer schon einmal Röntgenaufnahmen beim Zahnarzt machen musste, weiß, dass für das Röntgen des Kiefers und der Zähne eine eigene Vorgehensweise erforderlich ist. Dies gilt vor allem bei Untersuchungen, bei denen einzelne Zähne mitsamt der Wurzel durchleuchtet werden müssen. Beim Haustier ist dies nicht anders. Daher kommt bei zahnmedizinischen Untersuchungen ein spezielles dentales Röntgengerät zum Einsatz. Während des Röntgens wird das Tier in Narkose versetzt.

Digitales Zahnröntgen wird bei Haustieren für zahlreiche Diagnosestellungen verwendet. Zwar können Tiere nicht mitteilen, ob sie unter Zahnschmerzen leiden, doch Appetitlosigkeit, die Verweigerung des Futters und allgemeine Unleidlichkeit geben gute Hinweise. Mit Hilfe der Röntgenaufnahmen kann der Tierarzt den Zustand der Zähne allgemein überprüfen und beispielsweise auch Frakturen im Kieferbereich aufdecken.

FORL (Feline Odontoclastic Resorptive Lesions)

Ein ganz spezielles Problem der Katze sind Feline Odontoclastic Resorptive Lesions (FORL), auf Deutsch Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen. Die Ursache für diese Erkrankung konnte bis heute nicht geklärt werden. Durch eine Fehlfunktion des Immunsystems werden die sogenannten Odontoklasten (körpereigene Zellen) reaktiviert, die normalerweise nur die Wurzeln der ersten Milchzähne abbauen und dann „einschlafen„. Werden sie reaktiviert, greifen sie die zweiten Zähne der erwachsenen Katze an und zerlöchern diese regelrecht. Da der Angriff zunächst unsichtbar für das menschliche Auge an der Zahnwurzel im Kiefer beginnt, können Katzenbesitzer nicht erkennen, was ihrer Katze fehlt. Sie bemerken nur, dass die Katze unter Zahnschmerzen leidet. Dies äußert sich u.a. durch ein Schiefhaltung des Kopfes beim Kauen und besonders hastiges Fressen um den mit der Nahrungsaufnahme verbundenen Schmerz zu lindern.

Mit Hilfe der modernen digitalen Zahnröntgentechnik kann der Tierarzt FORL heute jedoch bereits im Frühstadium aufdecken. Heilung ist leider nicht möglich. Die von FORL betroffenen Zähne müssen entfernt werden. Dies ist zwar unangenehm für die Katze, doch nach der Entfernung wird sie immerhin nicht mehr unter Schmerzen leiden.

In unserer Tierarztpraxis bieten wir Ihnen selbstverständlich beide Möglichkeiten an: Allgemeines digitales Röntgen zur Diagnosestellung und gezieltes dentales Röntgen mit einem eigenen Gerät.

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