turkish angora

Die Stammmutter der Langhaarkatzen wird schon seit Jahrhunderten als Hauskatze gehalten und geliebt, auch wenn sie ihren neuen Namen (Türkisch Angora) erst vor einigen Jahrzehnten als offizielle Rassebezeichnung erhielt. Ihre anderen Nachkömmlinge sind heute besser als Perserkatzen bekannt.

Die Geschichte der Türkisch Angora

Das lange Fell der Angorakatze geht auf eine Genmutation zurück, die das Fell bei Katzen in der Region um das anatolische Angora (das heutige Ankara) länger wachsen ließ, als üblich. Aus der gleichen Region stammen auch die Angoraziege und das Angorakaninchen, die ebenfalls für langes seidiges Fell bekannt. Die ersten damals grundsätzlich weißen Angorakatzen kamen ab dem 16. Jahrhundert als Geschenk der osmanischen Sultane nach Europa und galten lange Zeit als begehrtes Statussymbol des Hochadels. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Angorakatze in die geografischen Konflikte Europas hineingezogen. In England, wo die Angorakatze, zu diesem Zeitpunkt bereits gezüchtet wurde, gab man ihr den neuen Namen Perserkatze, um die Freundschaft zum Persischen Reich (dem heutigen Iran) zu betonen. Die ursprüngliche Herkunft aus Anatolien geriet fast in Vergessenheit. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg besannen sich Züchter auf die Rasse, von der nur noch wenige Tiere in den Zoos der modernen Türkei lebten. Aus diesen wurde gezielt die Türkisch Angora als moderne Nachfahrin der Angorakatze gezüchtet. Sie ist heute eine eigenständige Rasse neben der Perserkatze. Neben der ursprünglichen schneeweißen Farbe sind heute verschiedene andere Farben offiziell anerkannt. Das Fell ist nicht so lang und dicht wie bei der Perserkatze und der Körperbau ist schlanker.

Die Haltung der Türkisch Angora

Die verspielte lebhafte Katze gilt als ausgesprochen anhänglich und entwickelt oft eine ähnlich enge Beziehung zu ihrem Menschen wie Hunde. Mit diesen verträgt sie sich relativ gut. Die Türkisch Angora ist eine ideale Familienkatze, die sich über stundenlange Aufmerksamkeit von den Kindern beim gemeinsamen Spielen freut und sich abends schnurrend zu ihren Menschen aufs Sofa gesellt. Auch als Begleitung für allein lebende Senioren ist sie eine gute Wahl, solange sie genug Unterhaltung und Bewegung bekommt. Sie ist sehr gelehrig und lässt sich zum Beispiel das Apportieren von Gegenständen und kleine Kunststückchen beibringen. Auf keinen Fall darf die Türkisch Angora lange Zeit alleine gelassen werden.

Die Türkisch Angora gehört zu den sogenannten Halblanghaarkatzen, d.h. ihr Fell ist nicht so auffallend lang wie z.B. bei der Perserkatze und verfügt über nur wenig Unterwolle. Darum wirkt sie auch nicht so flauschig. Für den Halter hat dies jedoch einen großen Vorteil: Die Katze haart nicht so stark und muss auch nur einmal pro Woche ordentlich gebürstet werden. Das lange Deckhaar fühlt sich wunderbar seidig an und lädt regelrecht zum Streicheln ein.

Gesundheitliche Hinweise

Bei Katzen mit weißem Fell tritt überdurchschnittlich häufig das sogenannte Odd Eye-Syndrom auf, bei dem ein Auge blau und eines gelb ist. Dies sieht zwar sympathisch aus, kann jedoch gesundheitliche Probleme mit sich bringen. So ist die Hörfähigkeit der Katze auf der Seite mit dem blauen Auge oft eingeschränkt. Außerdem kann es zu Störungen des Gleichgewichtes kommen. Es empfiehlt sich, bei jungen Türkisch Angora mit unterschiedlichen Augenfarben einen Hörtest durchführen zu lassen. Ansonsten ist die Türkisch Angora eine robuste lebhafte Katze, die bei guter Pflege und liebevoller Betreuung ein Alter von rund 12 Jahren erreicht.