Das Grillen im Freien hat sich in den letzten Jahren zu einer nationalen Obsession entwickelt. Kaum sind die Abende halbwegs hell und warm, ziehen von überall her Duftschwaden nach Grillwurst und Koteletts durch die Straßen. Für Haustiere sind lange Grillabende im Garten oder auf der Terrasse jedoch mit einer erhöhten Unfallgefahr verbunden, so dass Tierbesitzer auf einige wichtige Sicherheitsmaßnahmen achten sollten.

Vorsicht rund um den Grill

Der typische Gartengrill kann auf vielfältige Weise zur Gefahr für das Haustier werden: Es muss dabei nicht einmal der ungeschickte große Hund sein, der den wackeligen Grill mit einer Umdrehung zum Umstürzen bringt und unter glühender Holzkohle begraben wird. Eine kaum bekannte Gefahrenquelle sind Fettspritzer oder -tropfen, die aus dem Grill auf darunterliegenden Gartenkiesel fallen. Der Hund erschnuppert eine scheinbare Leckerei und frisst die nach Bratenfett duftenden Kiesel, die dann in seinem Magen-Darm-Trakt stecken bleiben. Der Grill sollte daher nicht auf Kiesel stehen oder auf einer Rasenfläche, auf der Steinchen verstreut sind.

Beachtung sollte auch den Grillabfällen geschenkt werden, zum Beispiel der Aluminium- oder Frischhaltefolie, die das rohe Grillgut bedeckte und dann entfernt wurde. Auch Folie, benutzte Grillspieße und Servietten können dank des Fleischduftes eine unwiderstehliche Wirkung auf Hunde ausüben.

Nur der Besitzer darf den Hund füttern

Für Hunde -und auch für manche Katzen – gibt es nichts Schöneres als einen Grillabend in gemütlicher Runde: Da sitzen sechs oder gar zehn Menschen am Tisch versammelt und fast alle sind bereit, dem Haustier ein Stückchen Wurst oder die Fettreste vom Kotelett abzugeben. Das Ergebnis? Hund oder Katze leiden später an einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, weil sie viel zu viel fettiges Essen konsumiert haben. Im schlimmsten Fall kann die Entzündung tödlich verlaufen.

Längst nicht allen Menschen ist bekannt, dass gekochte oder dünne Knochen leicht splittern und dann zur tödlichen Gefahr im Magen-Darm-Trakt des Tieres werden können. Der Gastgeber bzw. der Tierhalter, der seinen Hund mit zu einer Grillparty bringt, sollte daher von vorneherein mit den anderen Gästen klären, dass nur er dem Tier das ein oder andere Stückchen Grillgut füttert, egal wie lieb der Hund dreinschaut. Nur so kann er die Kontrolle darüber bewahren, wie viel fettiges Grillgut das Tier gefressen hat und ist zugleich sicher, dass dem Tier keine dünnen splitternden Knochen gereicht werden.

Giftquellen im Garten beachten

Pflanzen, Unkrautvernichter und Citronella-Kerzen können potenzielle Gefahrenquellen für ein Haustier darstellen. Im eigenen Garten wird ein Tierbesitzer wahrscheinlich sowieso darauf achten, keine für Haustiere giftigen Pflanzen wie Rhododendron oder Narzissen zu pflanzen oder Rattengiftköder offen herumliegen zu lassen. Wer seinen Hund jedoch mit zu einer Grillparty nimmt, weil das Tier nicht alleine zuhause gelassen werden darf, sollte auf derartige Gefahrenquellen achten und den Gastgeber danach fragen, ob er kürzlich chemische Unkrautvernichter oder Insektengift gesprüht hat. Im Zweifelsfall ist es sicherer, den Hund angeleint auf der Terrasse zu halten.

Eine weitere kaum bekannte Gefahr stellen Gewächshäuser dar: So mancher Hund hat sich schon auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen in ein Gewächshaus verkrochen und wurde dort unverhofft eingesperrt. Dies kann vor allem tagsüber gefährlich werden, wenn die Sonne das Gewächshaus stark aufheizt.