Ratten sind ausgesprochen intelligente Tiere, die als Haustiere viel Beschäftigung benötigen und auch geistig gefordert sein wollen. Dazu können sich Besitzer einiges an kniffligen Aufgaben, z.B. durch Verstecken des Futters einfallen lassen. Eine weitere Möglichkeit, Ratten zu beschäftigen, ist das sogenannte Clickertraining.

Wie funktioniert Clickertraining?

Clickertraining wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich bei Hunden und Katzen angewendet: Der Tierbesitzer hält ein kleines Gerät in der Hand, das beim Drücken ein Klickgeräusch macht, ähnlich wie beim Herunterdrücken eines Kugelschreibers. Führt das Tier die gewünschte Aktion aus, wird der Clicker betätigt und das Tier erhält ein Leckerli. So lernt es schnell, das Geräusch des Klickers miteiner Belohnung zu verbinden. Ein einfaches Beispiel: Ihre Ratte macht beim Umherlaufen im Zimmer ab und zu Männchen. Sie drücken den Clicker genau in dem Moment, wenn sie Männchen macht und geben ihr eine Belohnung. Nach einigen Malen hat die Ratte kapiert, dass Klick, Männchen machen und Belohnung zusammengehören.

So funktioniert das Clickertraining

Suchen Sie sich eine Ihrer Ratten aus, von der Sie sich am ehesten geistige Höhenflüge erwarten. Vermutlich wird die Ratte erst einmal irritiert sein, dass sie von ihren Artgenossen getrennt wurde. Spielen Sie am ersten Tag ganz ohne Clicker mit ihr. Überlegen Sie dann, welche Kunststückchen die Ratte eigentlich lernen soll. Männchen machen? Einen bestimmten Gegenstand anfassen? Zu einer bestimmten Stelle laufen? Führen Sie das Clicktraining pro Tag höchstens 10x durch – alles andere würde die Ratte überfordern.

Ganz wichtig ist dabei das Timing, dass Sie eventuell auch erstmal ohne die Ratte üben sollten: Sie muss genau im richtigen Moment die Belohnung erhalten, damit sie ihre Aktion, den Click und die Belohnung miteinander verbindet. Angenehmer Nebeneffekt: Sie Trainieren Ihre eigene Reaktionsgeschwindigkeit.

Tipps für das Clickertraining

Am besten denken Sie sich eine Belohnung aus, die Ihre Ratten normalerweise nur selten erhalten. Sie wissen vermutlich am besten, was Ihren Fellnasen schmeckt. Die eine Ratte wird sich möglicherweise am meisten über Nüsse freuen, die andere über kleine Käsewürfel, die dritte über Krabben (was dann allerdings bedeutet, dass Sie dauerhaft sehr viele Krabben im Kühlschrank haben – wählen Sie lieber haltbare Lebensmittel). Reichen Sie nur winzige Portionen. Geben Sie der Ratte einen Käsewürfel in einer Größe, die proportional zu ihrer Körpergröße einem ganzen Käselaib entspricht, wird sie sich damit aus dem Staub machen, um die Leckerei in Ruhe zu verzehren.

Führen Sie das Training in einer reizarmen Umgebung durch, in der die Ratte nicht ständig abgelenkt wird, z.B. durch Fernsehbilder, Musik, spielende Kinder oder andere Haustiere. Sie soll sich während des Trainings nur auf Sie und den Clicker konzentrieren.

Natürlich ist die Ratte nicht in der Lage, ein ganzes Repertoire an Kunststückchen zu lernen, das mit einem einzigen Click ausgeführt wird. Für „Fortgeschrittene“ empfiehlt sich die Ergänzung mit anderen Geräuschen, z.B. ein Doppelklick mit dem Clicker, oder das Schnalzen mit der Zunge durch den Besitzer. Ratten können genau wie Hunde auch gesprochene Befehle wie „Komm!“ lernen. Dabei ist jedoch wichtig, dass das Wort immer exakt gleich ausgesprochen wird. Wählen Sie also einsilbige knappe Befehle.

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