Giftköder

Ein weit verbreitetes Phänomen in Deutschland sind Hundehasser, die entlang beliebter Strecken für den Spaziergang Giftköder auslegen. Immer wieder kommt es zu hinterhältigen Anschlägen, bei denen Hunde mit vermeintlichen Leckereien angelockt werden, in denen jedoch Nägel oder Glasscherben stecken oder die mit Rattengift präpariert sind. Nur selten werden die Tierquäler entdeckt und zur Rechenschaft gezogen.

Um Hundehaltern zumindest ein wenig Hilfe zu bieten, gibt es die App Giftköderradar, die sowohl für Android als auch für iOS erhältlich ist. Die App deckt Deutschland, Österreich und die Schweiz ab. Spaziergänger können die eigene Postleitzahl eingeben (oder bei einem größeren Ausflug die Postleitzahl des Ziels) und nach Warnmeldungen schauen. Diese zeigen Fundorte auf, an denen Giftköder gefunden wurden. Hundehalter können sich gegenseitig unterstützen, indem sie einen Fund direkt während des Spaziergangs an die App melden. Zwar werden alle Meldungen sicherheitshalber noch einmal beim Veterinäramt oder der Polizei überprüft und ggf. entfernt, doch in der Zwischenzeit ist eine Warnung zu viel natürlich besser als eine Warnung zu wenig.

Zahl der Giftköder steigt – Zahl der Falschmeldungen aber auch

Die Anbieter der App – Sascha und Amalia Schoppengerd – weisen in ihrem Blog jedoch auch darauf hin, dass im Internet viel Panikmache existiert. Oft handelt es sich lediglich um ein Gerücht, das jedoch über die sozialen Medien blitzschnell unkontrolliert weiterverbreitet wird. Alte Fotos oder Meldungen werden gezielt neu aufbereitet um Panik unter Hundehaltern zu schüren. Grundstücksbesitzer stellen beispielsweise Warnschilder vor angeblichen Giftködern auf um Spaziergänger fernzuhalten.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass Warnungen ignoriert werden sollen. Ein Anstieg der Fälle ist nicht von der Hand zu weisen. In Bayern wurden beispielsweise 2011 „nur“ 60 Fälle von Giftköderanschlägen auf Hunde verzeichnet, während es 2014 schon 100 Fälle waren und im ersten Halbjahr 2015 dann schon 85 Fälle gezählt wurden. Zu befürchten ist eben auch, dass die steigende Berichterstattung so manchen Hundehasser erst auf dumme Gedanken bringt.

Wie Hundebesitzer den Hund vor Giftködern schützen können

Der beste Schutz ist natürlich, den Hund möglichst nicht von der Leine zu lassen. Bleibt er zum Schnuppern stehen, sollte der Besitzer ein Auge auf den beschnupperten Gegenstand werfen. Meist werden Giftköder unter Büschen ausgelegt, auf Grasflächen entlang der Rad- und Gehwege, sowie in Parks und auf großen Wiesen, wo Hunde frei herumtoben dürfen.

Weiterhin sollte der Hund dazu erzogen werden, erst gar keine Dinge vom Boden aufzunehmen, wenn er nicht ausdrücklich dazu ermuntert wurde (z.B. beim Stöckchen jagen). Viele Hundeschulen bieten heute spezielle Workshops an. Beim Spaziergang können einige Leckerlis mitgenommen werden. Schnuppert der Hund an Dingen, die möglicherweise essbar sein könnten, wird er stattdessen mit dem Leckerli abgelenkt.

Sollte es schon zu spät sein und der Hund hat bereits einen Giftköder gefressen, sollte er möglichst schnell zum Tierarzt gebracht werden. Hat er sich erbrochen, ist es sinnvoll, das Erbrochene mitzunehmen, so dass der Tierarzt es auf Gift analysieren kann. Symptome, die erst später zuhause auf eine Vergiftung hindeuten, sind beispielsweise Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemnot, taumelnder Gang, übermäßiges Hecheln und Krämpfe.