Die Tierärztegebührenordnung wird vom Gesetzgeber festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Zum Jahreswechsel erfolgte eine erneute Anpassung der Gebühren mit Blick auf die zunehmende Zahl der tierärztlichen Notdienste.

50  Euro (netto) Grundgebühr im Notdienst

Die gute Nachricht vorweg: Die neuen Gebühren betreffen ausschließlich die tierärztlichen Notdienstleistungen. Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) für die normale Behandlung zu Praxiszeiten, die zuletzt 2017 angepasst wurden, ändert sich nicht. Die wichtigsten Änderungen für den Notdienst im Überblick:

  • Das Wochenende beginnt jetzt bereits am Freitag um 18.00 Uhr und nicht mehr am Samstag um 13.00 Uhr.
  • Tierärzte, die an Samstagen normale Sprechstunden anbieten, dürfen diese Zeit aber nicht als Notdienstleistung anbieten.
  • Die Nachtzeit gilt nun von 18.00 Uhr bis 8.00 Uhr morgens und nicht mehr wie bisher von 19.00 Uhr bis 7.00 Uhr.
  • Für alle Notdienstleistungen wird grundsätzlich eine Gebühr von 50 Euro (netto) erhoben.
  • Der Tierarzt muss bei allen Notdienstleistungen mindestens den 2-fachen Satz der GOT abrechnen.
  • In besonderen Fällen darf der Tierarzt auch den 4-fachen Satz (bisher nur den 3-fachen Satz) Berechnen.
  • Das Wegegeld für tierärztliche Einsätze außerhalb der Praxis erhöht sich auf 3,50 Euro pro Doppelkilometer (bisher 2,30 Euro).

Da es sich um eine Gesetzgebung handelt, sind Tierärzte hier die Hände gebunden. Besonders ärgerlich ist die Novelle natürlich für berufstägige Tierhalter, die nur am Samstagmorgen oder abends nach der Arbeit mit ihren Lieblingen zu Routinebehandlungen wie Impfungen oder Kastrationen gehen können.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die die sogenannte „Vierte Verordnung zur Änderung der Tierärztegebührenordnung“ erließ, verspricht sich davon einen besseren tierärztlichen Notdienst in ländlichen Gebieten. Für viele Tierärzte sei der notärztliche Dienst so unrentabel, dass sie ihn erst gar nicht anbieten. Letztendlich würden also Tierhalter profitieren, wenn mehr Tierarztpraxen einen Notdienst mit 24-stündiger Bereitschaft anbieten.

Versicherung schützt vor hohen Kosten

Für Tierhalter kann es jedoch unter Umständen sehr teuer werden. Dies betrifft nicht nur berufstätige Tierfreunde, die jetzt samstags bei Routinebehandlungen für den mindestens doppelt so teuren Notdienst weit tiefer in die Tasche greifen müssen. Auch ein abendlicher Notfall kann durch die Anhebung vom 3-fachen auf den 4-fachen Satz nun weit teurer werden.

Für Tierhalter ist es darum sinnvoller als je zuvor, eine entsprechende Tierkrankenversicherung abzuschließen. Diese übernimmt auch die Kosten für Notfallbehandlungen zu den höheren Tarifen. Allerdings sollten Tierhalter die Angebote sorgfältig prüfen. So bieten die meisten Versicherungen derzeit nur die Erstattung bis zum 3-fachen Satz, da die Änderungen noch nicht aufgenommen wurden.