Norwegische Katzen

Die flauschige Norwegische Waldkatze mit ihrem halblangen Fell ist zu einer der beliebtesten Katzenrassen Mitteleuropas geworden. Ungewöhnlich an ihr ist die Tatsache, dass sich diese Rasse über Jahrzehnte ganz natürlich entwickeln durfte und trotz ihrer auffälligen Merkmale nicht gezielt herangezüchtet wurde.

Die Geschichte der Norwegischen Waldkatze

Die genaue Herkunft der Norwegischen Waldkatze ist ungeklärt. In Norwegen selbst glaubt man gerne, dass es die Wikinger waren, die bereits im Mittelalter langhaarige Katzen wie Vorfahren der heutigen Türkisch-Angora mit in den hohen Norden brachten, wo sie sich mit einheimischen kurzhaarigen Katzen verpaarten. Da die Katze in den endlosen Wäldern Norwegens zuhause war, wurden sie im eigenen Land als „skogskatt“ (Waldkatze) bezeichnet, um die sich zahlreiche Legenden rankten. So wurde ihr die Fähigkeit zugeschrieben, auch völlig glatte Felswände hochklettern zu können. Während des zweiten Weltkriegs wurde die Norwegische Waldkatze stark dezimiert, so dass nach dem Krieg das erste offizielle Zuchtprogramm ins Leben gerufen wurde. Erst in den 70er Jahren wurde die Norwegische Waldkatze als offizielle Rasse ins europäische Register eingetragen. Zu diesem Zeitpunkt verließen die ersten Katzen ihre Heimat Norwegen und fanden in immer mehr Ländern begeisterte Fans.

Aussehen und Wesen der Norwegischen Waldkatze

Wie die  beliebte amerikanische Maine-Coon zeichnet sich auch die Norwegische Waldkatze durch ihre überdurchschnittliche Größe aus. Weibliche Katzen erreichen ein Gewicht von bis zu 4,5 Kilogramm, Kater sogar bis zu 7,5 Kilogramm. Eine Besonderheit sind ihre überdurchschnittlich langen Beine, die sie zu hervorragenden Kletterern und Springern macht. Ihr Fell ist aufgrund ihrer extrem kalten Heimat sehr dick. Die dichte Unterwolle des Winterfells erlaubt es ihr, auch bei tiefen Minusgraden problemlos im Freien zu verweilen. Zu den schönsten Merkmalen gehören die langhaarigen „Handschuhe“ an den Pfoten und die deutlich sichtbare langhaarige Halskrause.

Die Norwegische Waldkatze ist eine eher sanftmütige, verspielte Katze, die gerne mit ihren Besitzern kuschelt. Aufgrund ihrer Geselligkeit und ihres großen Spieltriebs sollte sie idealerweise nicht als Einzelkatze gehalten werden. Zumindest jedoch benötigt sie viel Beschäftigung und verträgt sich gut mit Kindern. Als Einzelkatze in der Wohnungshaltung ist sie nicht geeignet. Stehen ihr im eigenen Garten Bäume zur Verfügung, lässt sich ihr enormes Klettertalent gut beobachten. So scheint es oft, als könne sie tatsächlich senkrecht Baumstämme auf- und abklettern.

Die Pflege der Norwegischen Waldkatze

Das lange dichte Haarkleid benötigt vor allem im Winter viel Pflege, wenn sie ihr noch dickeres Winterfell bekommt. Einmal pro Woche sollte das Fell gründlich gekämmt werden, in der Zeit des Fellwechsels sogar täglich.

Da sich die Norwegerkatze über viele Jahrzehnte sehr natürlich entwickeln durfe, ist sie allgemein weniger krankheitsanfällig als viele andere Katzenrassen. Lediglich die Glykogenspeicherkrankheit GSD4 wird bei ihr häufiger festgestellt, muss jedoch von beiden Elternteilen vererbt werden. Gute Züchter stellen die Veranlagung zu dieser Krankheit mit einem Gentest fest. Beim Erwerb einer norwegischen Waldkatze vom Züchter sollte ein dokumentierter Gentest vorgelegt werde können.

Bildnachweis: Datei: #133217869 | Urheber: Sushi – Fotolia