Bengalkatze

Die Bengal ist eine noch junge Hauskatzenrasse, die aus der bis heute in Asien weit verbreiteten wild lebenden Leopardenkatze hervorging. Sie ist aufgrund ihres getupften Leopardenfells eine ganz besondere Rasse, die immer mehr Liebhaber findet, aber auch anspruchsvoll in der Haltung ist.

Die Geschichte der Bengalkatze

Die ursprüngliche Bengalkatze Prionailurus bengalensis lebt wild in einem großen Bereich von Nordindien über China bis nach Südostasien. Die in den warmen tropischen Gebieten lebenden Bengalkatzen sind dabei weit leichter und kleiner als ihre Verwandten im kalten Norden von China und Sibirien. Frühere Versuche, die Bengalkatze zu domestizieren, scheiterten. Erst 1963 gelang die Verpaarung einer weiblichen Wildkatze mit einem Hauskater, deren Nachfahren als Begründer der heutigen Hauskatzenrasse gelten. Zur besseren Unterscheidung wird die Wildkatzenrasse „Asian Leopard Cat“ genannt und die Hauskatzenrasse „Bengal Cat„, bzw. auf Deutsch „Leopardenkatze“ und „Bengalkatze„. Erst 1986 erfolgte die Anerkennung der Hauskatzenrasse in den USA, zehn Jahre später zogen weitere Länder nach. In Großbritannien wurden die Beschränkungen zur Haltung von Bengalen erst 2007 aufgehoben. Die Bengal gehört somit zu den jüngsten Katzenrassen, die sich im Westen etabliert haben.

Das Aussehen der Bengalkatze

Dank der Einkreuzung verschiedener Hauskatzenrassen entstand eine intelligente verspielte neue Rasse, die mit ihren wilden Vorfahren nur noch wenig gemeinsam hat. Im Idealfall zeigt die Bengalkatze das für sie typische getupfte Leopardenfell („spotted„), doch auch andere Fellzeichnungen wie marmoriert („marbled“) sind erlaubt, sowie verschiedene Farbtöne. Als Hauskatze wird die Bengal etwa 40 cm groß und erreicht ein Gewicht von bis zu 4 kg (Katze) und 8 kg (Kater). Sie fällt dabei durch einen hochbeinigen eleganten Körperbau, große Ohren und große Augen auf.

Wesen und Haltung der Bengalkatze

Die Bengalkatze benötigt viel Unterhaltung und Beschäftigung, so dass sie in einer Familie oder mit einem aktiven Senioren mit viel Zeit am besten aufgehoben ist. Sie zeigt dabei einige Verhaltensweisen, die eher an einen Hund erinnern: So läuft sie ihrem Besitzer gerne nach und ist in der Lage Gegenstände zu apportieren. Wenn sie sich langweilt, neigt sie dazu, die Wohnung auf den Kopf zu stellen und dabei ganze Regale auszuräumen. Sie verfügt über enorme Sprungkraft und erreicht mühelos auch hohe Regale und die Oberseite von Schränken. Sie sollte möglichst nicht über längere Zeit im Haus alleine gelassen werden.

Glücklich ist sie mit viel Auslauf im Freien und Spielmöglichkeiten im Haus. Eine Besonderheit ist ihre Liebe für das Wasser: Sie stürzt sich mit großer Begeisterung in ein gefülltes Kinderplanschbecken, die Badewanne oder auch in ein Aquarium um die Fische darin zu jagen. Gerade in den Sommermonaten sollte ihr daher im Garten oder Hof eine entsprechende Bademöglichkeit geboten werden.

In der Pflege ist die Bengalkatze anspruchslos. Ihr Fell sollte wie bei allen anderen Hauskatzen regelmäßig gebürstet werden. Da e sich um eine noch junge Rasse handelt, können derzeit noch keine allgemeingültigen Aussagen zu ihrer Lebenserwartung und zu rassetypischen Krankheiten getroffen werden. Eine Studie aus den USA hat gezeigt, dass überdurchschnittlich häufig ein genetischer Defekt auftritt, der zu einer frühen Blindheit führen kann.

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