Abessinierkatze

Die Abessinierkatze ist eine auffällige schlanke Schönheit, deren außergewöhnliche Musterung ihr auch den Spitznamen „Hasenkatze“ eingebracht hat. Sie wurde ab dem 20. Jahrhundert vor allem in Großbritannien und den USA als Kurzhaarkatze gezüchtet. Später entstand aus langhaarigen Exemplaren eine eigene Rasse, die Somalikatze.

Trotz ihres Namens stammt die Abessinierkatze nicht aus dem afrikanischen Äthiopien (dem früheren Kaiserreich Abessinien), sondern aus Südostasien. Ins Reich der Fabel gehört eindeutig die romantische Geschichte, wonach die heutige Abessinierkatze die Nachfahrin der heiligen Katzen aus dem ägyptischen Pharaonenreiche ist. Als vermutliche Ahnfrau der heutigen Rasse gilt Zula, die Katze der Ehefrau eines Captain Barrett-Lennard, der in den 1860er Jahren im afrikanischen Abessinien stationiert war und nach dem Krieg mit Frau und Katze nach England zurückkehrte. DNA-Analysen haben ergeben, dass die Vorfahren der Abessinierkatze aus dem indisch-südostasiatischen Raum stammten und vermutlich über die koloniale Handelsmetropole Kalkutta den Weg nach Europa fanden. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Barrett-Lennards ihre Katze in Indien erworben hatten und mit nach Abessinien nahmen. Zula (oder eine direkte Nachfahrin) wurde 1871 bei der Katzenausstellung in London präsentiert und schon 11 Jahre später erfolgte die offizielle Anerkennung der Abessinierkatze als neuer Rasse.

Die Wildkatze für zuhause: Das Aussehen der Abessinierkatze

Die Abessinierkatze ähnelt aufgrund ihres ungewöhnlichen Fells und ihres schlanken Körperbaus Wildkatzen und Raubkatzen. Manche Katzen haben sogar die gleichen Ohrbüschel wie beispielsweise die in Europa heimischen Luchse. Das Fellmuster der Abessinier wird als „Ticking“ bezeichnet: Dabei besitzt jedes einzelne Haare unterschiedliche Farbabschnitte in Braun und Weiß, die jedoch nur aus der Nähe als einzelne Streifen zu erkennen sind. Die schöne Fellfärbung wird auch als Agouti-Effekt bezeichnet und ist ansonsten vor allem von Hasen und Kaninchen bekannt. In Großbritannien wird die Abessinierkatze daher auch gerne Bunny Cat (Hasenkatze) genannt. Abessinier sind mittelgroße Katzen mit schlankem, athletischem Körperbau. Weibliche Katen bringen etwa 3-4 Kilogramm auf die Waage, Kater 4-5 Kilogramm.

Die Haltung der Abessinierkatze

Abessinier gelten als ungemein intelligente, treue Begleiter, die viel Zuwendung und Beschäftigung benötigen. Ihre enorme Neugier führt dazu, dass sie am liebsten an einem guten Aussichtspunkt verweilen, von dem sie das Zimmer überblicken können. Besonders glücklich sind sie auf der Fensterbank, wo sie das Geschehen auf der Straße oder im Garten beobachten können. Zum Schmusen und Kuscheln ist diese lebhafte Katze dagegen eher wenig geeignet. Sie kommt zwar ab und zu gerne zu ihren Menschen, doch ebenso schnell ist sie auch wieder verschwunden, weil es immer so viel zu entdecken und erforschen gibt. Aufgrund ihrer Neugier und ihres Bewegungsdrangs sollte die Abessinierkatze nicht als reine Wohnungskatze gehalten werden. Idealer ist ein großes Haus mit Garten, in dem sie herumstreifen darf. Sie kann gut zu zweit mit einer Partnerkatze gehalten werden und verträgt sich meist auch mit Hunden. Wird die Katze alleine gehalten, sollte ihr der Mensch täglich Unterhaltung bieten. Dank ihrer hohen Stresstoleranz kommt sie auch mit lebhaften Kindern gut klar und ist eine empfehlenswerte Wahl als Familienkatze.

Krankheiten bei der Abessinierkatze

Die Abessinierkatze ist eine recht robuste pflegeleichte Katze. Eine Besonderheit, von der unter den Katzen fast nur die Abessinier und die mit ihr eng verwandte Somali betroffen ist, ist der erbliche Pyruvatkinasemangel. Dabei fehlt den Katzen das Enzym Pyruvatkinase, das in den roten Blutkörperchen für Energie sorgt. Die Katzen leiden unter einer Anämie, die bei einem akuten Schub, durchaus lebensgefährlich werden kann. Der Tierarzt kann mit Hilfe eines DNA-Tests herausfinden, ob die eigene Abessinierkatze an Pyruvatkinasemangel leidet.

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