Chausie

Die Chausie ist eine ungewöhnliche und eher seltene Katzenrasse, die aus der Kreuzung von Hauskatzen und wilden Rohrkatzen hervorging.

Die Geschichte der Chausie

Der Wunsch nach exotisch anmutenden Raubkatzen als domestizierte Hauskatzen ist nichts Neues. Vorfahren der Chausie  – einer Kreuzung aus Hauskatzen und wilden Dschungelkatze – lebten bereits im alten Ägypten der Pharaonen. Die Rohrkatze (Felis Chaus) ist im gesamten Mittleren Osten und bis nach Südostasien verbreitetet, wo sie vor allem an Flüssen und Seen lebt. In Ägypten tummelt sie sich vor allem im Nil-Delta, wo sie schon in der Antike auf domestizierte Katzen traf und sich mit diesen verpaarte. Später gerieten diese Mischlinge in Vergessenheit.

Erst in den 60’er- und 70’er-Jahren des 20. Jahrhunderts kamen Katzenzüchter in den USA wieder auf den Gedanken, Hauskatzen (Felis Catus) mit asiatischen Dschungelkatzen (Felis Chaus) zu verpaaren. Die moderne Chausie war geboren. Seit den 90’er Jahren wird die neue Rasse ernsthaft gezüchtet und 1995 in das Register der International Cat Association (TICA) eingetragen. Wurde anfangs noch darüber gestritten, ob eine Verpaarung von Wildkatzen und Hauskatzen ethisch vertretbar sei, hat sich die Diskussion mittlerweile gelegt. In den letzten Jahren wurden verstärkt Hauskatzen eingekreuz, so dass die Chausies der vierten Generation und jünger nicht mehr viel mit ihren wilden Rohrkatzen-Vorfahren gemeinsam haben.

Wesen und Haltung der Chausie

Die Chausie ist eine mittelgroße kräftig gebaute Katze mit überdurchschnittlich entwickelten Hinterbeinen. Der keilförmige Kopf mit ausgeprägten Wangenknochen und ovalen Augen erinnert ein wenig an einen Luchs. Von ihren wilden Vorfahren hat die Chausie einen ausgeprägten Bewegungsdrang und Jagdtrieb geerbt. Sie ist darum nicht für die Haltung als Wohnungskatze geeignet. Sie benötigt viel Auslauf in einem großen Garten und wird idealerweise als Freigängerin gehalten.

Ihrem Besitzer gegenüber gibt sie sich anhänglich und verspielt. Auf keinen Fall sollte die Chausie viel alleine gelassen werden. Empfehlenswert ist eine Mehrkatzenhaltung oder zumindest die Haltung in einer Familie, deren Mitglieder sich viel mit der Katze beschäftigen. Ihre kräftigen Hinterbeine machen die Chausie zu einer großen Läuferin und Springerin, die auch in der Wohnung ordentliche Sprünge von bis zu zwei Metern vollführen kann.

Die Pflege der Chausie

Mit ihrem kurzen Fell ist die Chausie eher pflegeleicht und übernimmt ihre Fellpflege selbst. Lediglich in den Wochen des Fellwechsels sollten Besitzer mit der Bürste nachhelfen. Von frühen Hybridkatzen, in denen der Wildkatzenanteil noch stärker ausgeprägt war, wurde berichtet, dass sie reguläres Katzenfutter eher ablehnten und mit Rohfütterung (Barfen) besser zurechtkamen. Bei den jüngeren Generationen stellt dies meist kein Problem dar. Halter sollten selbst ausprobieren, welches Futter ihre Chausie am meisten zu schätzen weiß.

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