Katze

Wenn der Mensch den kalten Winterabend auf der Couch mit seiner Katze verbringt, erfreut er sich meist an ihrem wohligen Schnurren. Zwar wissen wir alle, dass Katzen schnurren wenn sie sich wohl fühlen, doch was steckt eigentlich hinter dieser ungewöhnlichen Kommunikationsform?

Alle Katzen schnurren

Nicht nur die Hauskatze schnurrt – auch verschiedene Wildkatzen wie der heimische Luchs und der blitzschnelle Gepard schnurren. Allerdings muss das Schnurren entgegen der weitverbreiteten Klischees nicht unbedingt bedeuten, dass die Katze glücklich ist. Gerade in freier Wildbahn schnurrt die Katze auch gerne mal eine andere Katze an um ihr zu signalisieren, dass sie ihr nichts Böses will und um die eigenen Nerven zu beruhigen. Selbst Hunger oder Schmerzen können durch das Schnurren ausgedrückt werden. Der Halter sollte der Katze also ruhig mehr Aufmerksamkeit schenken, wenn sie schnurrt um herauszufinden, was sie ihm eigentlich mitteilen möchte.

Wie schnurrt die Katze?

Das wohlige sanfte Surren wird irgendwo zwischen Zwerchfell und Kehlkopf der Katze produziert, doch bis heute konnten Forscher nicht wirklich erklären, wie der Schnurrlaut zustande kommt. Vermutlich werden die Stimmbäder der Katze beim Atmen in Schwingungen versetzt. Nervenimpulse sorgen dafür, dass das Schnurren gleichmäßig und langanhaltend verläuft. Tatsächlich benötigt Mieze eine minimale Pause zwischen dem Ein- und Ausatmen, doch diese ist so kurz, dass das menschliche Ohr sie nicht wahrnehmen kann.

Ein kleines Kätzchen schnurrt übrigens nicht automatisch, wenn es auf die Welt kommt: Das Schnurren ist eine Fähigkeit, die es von seiner Mama erlernen muss. Erst nach einigen Tagen beginnt der Nachwuchs dann wohlig zu schnurren, wenn er sich an Mamas Milchladen bedient – und bekommt ihr ein wohliges Schnurren zurück.

Großkatzen wie Gepard und Puma schnurren übrigens auf ähnlichen Frequenzen, da nicht die Größe sondern die Rasse die Frequenz beeinflusst. Sie liegt meist zwischen 25 und 40 Hertz. Allerdings liegt das Schnurren nicht allen Großkatzen: Tiger und Löwe sind dazu nicht in der Lage, weil sie zwischen einzelnen Schnurrlauten atmen müssen.

Schnurren stärkt die Knochen

Da sich die zweibeinigen Wissenschaftler nicht mit der Erklärung „sie schnurren nun mal“ zufrieden geben, wurde das Schnurren in den letzten Jahren gründlicher erforscht. Dabei erkannten sie, dass eine hohe Schnurrfrequenz von über 27 Hertz heilende Vibrationen auslösen kann. Diese Vibrationen regen zunächst die Muskulatur an, was sich fast mit dem heute angesagten Vibrationstraining für Sportler deckt. Die gestärkte Muskulatur übt dann wiederum eine positive Wirkung auf die Knochen und das Gewebe aus. Beobachtungen zeigten, dass häufiges Schnurren die Heilung eines gebrochenen Knochens beschleunigte und schwächer werdende Knochen (Osteoporose) wieder gestärkt wurden.

Ob eine schnurrende Katze auch die Knochen ihres Besitzers stärken kann, wenn sie dicht an ihn gekuschelt schläft, konnte noch nicht wissenschaftlich geklärt werden. Klar ist aber, dass das rhythmische sanfte Schnurren ideal zur Stressbekämpfung ist und bei manchen Menschen so den Blutdruck senkt.