Wenn die Katze die Sofabeine immer wieder mit ihren Krallen bearbeitet, tut sie das nicht aus Lust an der Anarchie. Mit dem sogenannten Kratzmarkieren steckt sie ihr Revier in der heimischen Wohnung ab.  Allerdings sind die Kratzer nicht ihre einzige Markierung: Zusätzlich setzt sie (zum Leidwesen der Besitzer) auch gerne Harnmarkierung und hinterlässt andere Duftmarken. Reibt die Katze z.B. ihr Köpfchen hingebungsvoll am Bein ihres Besitzers, ist dies nicht unbedingt ein Liebesbeweis: Auch er wird als Teil des Reviers markiert, indem durch das Köpfchenreiben Duftstoffe (Pheromone) auf das Hosenbein übertragen werden.

Die Katze besitzt Pheromondrüsen u.a. am Kopf, am Schwanz, am Rücken, an den Pfoten und am After. Über all diese Drüsen kann sie ihren persönlichen Duft verbreiten. Der Mensch nimmt diesen Duft gar nicht wahr, doch die Katze fühlt sich erst dann wohl, wenn es in ihrem Revier „nach ihr“ riecht.  Schließlich ist es auch eine Warnung an andere Katzen: Weg da, hier ist mein Revier.

Was tun gegen das Kratzmarkieren?

Der Drang zur Reviermarkierung ist der Katze nicht auszutreiben. Immer wieder wird sie bestimmte Stellen mit ihrem Duft markieren – dazu gehören leider auch Sofabeine und ähnliche Punkte auf Höhe der Katze, die über die Drüsen in den Pfoten markiert werden.  Am sinnvollsten ist es dann, der Katze einfach eigene Markierstellen anzubieten. Muss beispielsweise immer die Sofaecke vorne rechts neben der Tür zum Wohnzimmer dran glauben, könnte daneben seitlich am Sofa ein Kratzbrett angebracht werden. Will die Katze nun an der Sofaecke kratzen, wird sie zum Kratzbrett daneben geschoben. Irgendwann wird sie es verstehen und das Kratzbrett nutzen.

Eine andere Lösung kann das Umstellen der Möbel sein. Kratzt die Katze beispielsweise die Sofaecke nahe der Eingangstür zum Wohnzimmer an, ist das einfach ihr „Eintritt“ in das Zimmer. Wird das Sofa umgestellt, gibt es nichts mehr zu markieren.  Wird der Katze nun noch an der Wand neben der Tür, wo das Sofa stand, ein Kratzbrett angeboten, wird sie glücklich sein.

Ist das Möbelrücken nicht möglich oder hat es die Katze trotz allem noch immer auf das Sofabein abgesehen, hilft Alufolie: Dieses Material können Katzen nicht ausstehen. Natürlich sehen in Alufolie gewickelte Sofabeine nicht sonderlich schön aus, doch die Alufolie kann ja entfernt werden, wenn Gäste kommen. Irgendwann gibt die Katze von der Alufolie frustriert auf und wendet sich – idealerweise – einem nahem Kratzbrett oder Kratzbaum zu.

Übertriebendes Kratzen deutet auf Stress hin

Generell muss das Kratzen der Katze als Teil ihres Wesens akzeptiert werden. Kratzbretter und Kratzbäume sollten dazu beitragen, dass die eigenen Möbel verschont bleiben. Neigt die Katze jedoch zu einem extremen Kratzen und scheint ständig damit beschäftigt zu sein, das Sisal am Kratzbaum zu zerfetzen, könnte Stress dahinter stecken oder eine Angststörung. Der Besitzer sollte überlegen, ob es in den letzten Wochen Veränderungen in der näheren Umgebung gegeben hat (z.B. eine Baustelle nebenan mit viel Lärm oder ein neuer Beziehungspartner, der fast täglich stundenlang zu Gast ist/in der Wohnung übernachtet), die die Katze stresst.

Nutzt die Katze ihren Kratzbaum nicht, kann auch ein ganz simpler Grund dahinterstecken: Der Kratzbaum steht falsch. Wichtig ist ein ruhiger geschützter Platz, z.B. in einer Ecke oder an der Heizung, wo die Katze gerne verweilt und das Zimmer überblicken kann.