Wildkatze

Vor allem im Südwesten und in der Mitte Deutschlands sind zahlreiche Wildkatzen heimisch, deren Nachwuchs auf den ersten Blick nicht von Hauskatzenbabys zu unterscheiden ist. Dadurch kommt es immer wieder vor, dass wohlmeinender Tierfreunde scheinbar allein gelassene oder „verirrte“ Jungtiere auflesen und mitnehmen.

Dies ist jedoch nicht nur schädlich für die Katze, sondern auch verboten. Bis sich das niedliche Katzenbaby zu einer ausgewachsenen Wildkatze entwickelt hat und dem Besitzer dämmert, dass hier etwas falsch gelaufen ist, ist es nämlich meist schon zu spät um das Tier wieder auszuwildern. Dazu drohen Wildkatzen in menschlichen Haushalten gesundheitliche Probleme, da ihr Immunsystem nicht auf die menschliche Zivilisation und die weit verbreiteten Katzenkrankheiten ausgelegt ist.

Muttertiere befinden sich meist in der Nähe

Wildkatzen gehören zu den scheuesten Waldbewohnern des Landes. Eine erwachsene Wildkatze wird sich verstecken, wenn sie Menschen näher kommen hört, doch sie wird ihren Nachwuchs dabei immer im Auge behalten. Möglicherweise ist sie auch gerade auf Mäusejagd und hat die Kätzchen nur kurz aus den Augen gelassen. Auf keinen Fall sollte der Anblick scheinbar „verlassener“ Jungtiere einen Spaziergänger dazu veranlassen, die Kätzchen aufzuheben und mitzunehmen. Selbst vom Streicheln wird abgeraten. Wer unsicher ist, kann in einigem Abstand eine regungslose Haltung einnehmen und die Katzen eine Weile beobachten um zu sehen, ob sich das Muttertier zeigt.

Der BUND ermutigt Spaziergänger darüber hinaus, Kontakt zum jeweiligen Landesverband aufzunehmen und den Fundort mitzuteilen. Ein Experte kann sich dann auf den Weg machen um festzustellen, ob es sich bei den Kätzchen um Wildkatzen oder Hauskatzen handelt. Meldungen helfen dem BUND außerdem bei der Weiterentwicklung des sogenannten Rettungsnetzes, mit dem für die vom Aussterben bedrohten Europäischen Wildkatze bessere Rückzugsgebiete gestaltet werden sollen.

Wildkatzen und Hauskatzen unterscheiden lernen

Während sich die kleinen Kätzchen kaum unterscheiden, sind ausgewachsene Hauskatzen und Wildkatzen relativ gut voneinander zu unterscheiden. Wildkatzen sind etwas größer als Hauskatzen und wirken in der Regel plumper, da sie ein längeres Fell und dickere Läufe haben. Das Fellmuster ähnelt zwar dem der Hauskatze, ist jedoch wesentlich schwächer und wirkt etwas verwaschen. Der Schwanz ist länger und buschiger. Wer in einer Region selbst, in der die Wildkatze noch heimisch ist und häufiger im Wald spazieren geht, kann beim BUND ein kostenloses Poster anfordern, das bei der Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatzen hilft.

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