Hund und Katze

Viele Tierbesitzer wünschen sich mehr als ein Haustier oder erklären sich bereit, das Haustier von Freunden oder Verwandten aufzunehmen, wenn diese sich nicht mehr darüber kümmern können oder wollen. Dies kann manchmal schwierig sein, denn „wie Katz und Hund“ ist mehr als ein geflügeltes Wort.

Hunde sind aufnahmebereiter

In der Regel ist es einfacher, eine Katze neu in die Familie aufzunehmen. Hunde sind Rudeltiere und akzeptieren die Katze einfach als Neuzugang in ihrem Rudel. Reibereien kann es höchstens geben, wenn sich die Katze nicht an die Rudelordnung halten will und der Hund ihr klar machen will, wer den höheren Rang hat. Hier ist der Rudelchef gefragt – also der Mensch, der beide zur Ordnung ruft. Katzen sind dagegen extrem territorial und teilen ihr Revier nur ungern mit einem Neuling. Hier ist Geduld gefragt.

Allgemein tun sich Jungtiere einfacher damit, Freundschaft zu schließen. Wer von Anfang plant, mehrere Haustiere zu halten, sollte sie früh zusammenkaufen. Welpen haben noch keine Vorurteile gebildet und gehen offen aufeinander zu. Sind beide Tiere bereits erwachsen, wenn der neue Mitbewohner Einzug hält, ist Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt.

Vorbereitung auf die erste Begegnung

Auf keinen Fall sollten Hund und Katze einfach nach dem Motto „nun vertragt euch!“ zusammengesetzt werden. Am besten werden sie bereits  vor dem eigentlichen Zusammentreffen aneinander gewöhnt. Wer beispielsweise den Hund von Freunden in die Familie aufnehmen will, bringt dem Hund schon einige Zeit vorher eine Decke, in der der Geruch der Katze steckt. Die Katze sollte umgekehrt nicht nur den Hundegeruch kennenlernen, sondern vor allem die Geräusche. Vor allem lautes Bellen wird sie in der Anfangszeit enorm irritieren oder sogar verängstigen. Dank moderner Technik ist es heute kein Problem, das Bellen, Hecheln und Fiepen des Hundes mit dem eigenen Smartphone aufzunehmen und der Katze zu Hause vorzuspielen.

Ist das neue Familienmitglied dann da, sollte es die ersten Tage in einem anderen Raum verbringen und dort einen eigenen Schlaf- und Futterplatz bekommen. Kaum etwas fürchten Haustiere so sehr wie einen Eindringling, der ihnen das Futter wegfrisst oder möglicherweise die besten Leckerli abbekommt. So können beide in Ruhe fressen und der Neuzugang hat Zeit und Ruhe sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Bei erwachsenen Tieren darf nicht vergessen werden, dass Hunde ihre alten Besitzer oft stark vermissen und nicht wissen, warum diese nicht mehr da sind. Katzen dagegen vermissen ihr vertrautes Revier. Sie benötigen einige Weile, um in ihrem neuen Heim wirklich anzukommen und sollten erst dann mit dem Mitbewohner konfrontiert werden.

Kontakt täglich verlängern

Treffen Hund und Katze erstmals aufeinander, sollten mindestens zwei Menschen anwesend sein. Diese können die Tiere im Notfall trennen, wenn es zu Konflikten kommt. Beide Tiere sollten satt und müde sein, d.h. sie haben ihre Mahlzeit bekommen und der Hunde wurde Gassi geführt. Im Idealfall beschnuppern sich beide und sind sofort ein Herz und eine Seele. Leider ist dies nur selten der Fall.

Schnuppert der Hund zu ausgiebig, kann er von der erbosten Katze eins auf die Nase bekommen. Ergreift die Katze die Flucht, kann dies beim Hund den Jagdtrieb auslösen. Beides sollte verhindert werden. Hilfreich ist es, den Hund an die Leine zu nehmen oder am Geschirr festzuhalten. Am ersten Tag genügen einige Minuten Kontakt. Im Laufe der Zeit werden die Begegnungen dann immer weiter ausgedehnt. Wichtig ist dabei, dass beiden Tieren gleich viel Aufmerksamkeit zuteilwird, damit sich niemand vernachlässigt fühlt. Wenn es Leckerli gibt, dann unbedingt genau gleich viel für beide.

Vertragen sich die Tiere über einen längeren Zeitraum, kann der Neuzugang aus dem anderen Zimmer ins Wohnzimmer umziehen und in der Küche können die Futterstellen nebeneinander gestellt werden. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sich beide nicht in die Quere kommen. Vor allem der Hund muss unbedingt lernen, nicht im Katzenklo zu stöbern. Nicht nur die Katze nimmt das extrem übel, auch für den Menschen ist es wenig angenehm, wenn er das Einstreu über den Boden verteilt oder gar Hinterlassenschaften frisst.