Katzenhaarallergie

Viele Menschen wünschen sich sehnlich eine Katze als Haustier, doch aufgrund einer Katzenhaarallergie lässt sich dieser Wunsch nicht realisieren. Noch schwieriger wird es, wenn ein Mensch vor die Entscheidung zwischen der geliebten Katze und dem neuen gegen Katzen allergischen Partner gestellt wird. Doch nun schein es endlich eine Lösung zu geben: Den Impfstoff HypoCat™, den Schweizer Forscher für die HypoPet AG entwickelt haben.

Jeder Zehnte ist allergisch gegen Katzenhaare

Obwohl Katzen bereits seit Jahrtausenden domestiziert sind, konnte sich der menschliche Körper nur teilweise an sie gewöhnen. Rund zehn Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch auf Katzen – allerdings nicht auf die Haare der Tiere selbst, wie der Name fälschlicherweise andeutet. Die allergische Reaktion erfolgt auf das Protein FEL D 1, das in den Körperflüssigkeiten der Katze vorkommt. Da sich die Tiere bevorzugt mit Speichel das Fell zur Pflege lecken, gelangt das Protein über den Speichel in die Haare und löst dadurch allergische Beschwerden wie Juckreiz, Niesen und tränende Augen beim Menschen aus. In manchen Fällen ist die Allergie so leicht, dass der Mensch sie den Katzen (oder dem Partner) zuliebe in Kauf nimmt und die Symptome mit Medikamenten bekämpft. In manchen Fällen sind die allergischen Reaktionen jedoch so stark, dass ein Zusammenleben von Mensch und Katze nicht möglich ist.

Katzen statt Menschen impfen

Bislang setzten Behandlungen stets bei den Menschen an, deren allergische Reaktion mit Medikamenten wie Antihistaminika bekämpft wird. Schweizer Forscher der HypoPet AG, einem Biotechnologie-Unternehmen der Universität Zürich, setzten dagegen erstmals bei der Katze an. Das Unternehmen, das seit Jahren an neuen Impfstoffen für Haustiere forscht, gab im April erstmals die erfolgreiche Entwicklung einer Schutzimpfung für Katzen zur Neutralisierung des Proteins FEL D 1 bekannt. Insgesamt wurden vier verschiedene Studien mit 54 Katzen durchgeführt.

Die Forscher vergleichen die neue Impfung mit einer Grippeschutzimpfung: Indem die Katzen gegen das Allergen immunisiert werden, binden Antikörper in ihrem Körper die Allergene, so dass sie erst gar nicht mehr freigesetzt werden. Allerdings gibt es derzeit noch einige Unklarheiten: So ist nicht deutlich, wie lange die Wirkung der Schutzimpfung anhält und wie häufig sie dementsprechend wiederholt werden muss. Außerdem konnten die Forscher noch nicht abschließend klären, welche Funktion das Protein FEL D 1 bei der Katze erfüllt und ob seine Unterdrückung eventuell zu Problemen führen könnte. Bislang konnte diesbezüglich nichts festgestellt werden. Die Studienleiter verweisen darauf, dass manche Katzen von Natur aus kein FEL D 1 bilden und ein gesundes Leben führen.

Marktreife in etwa drei Jahren

Die Markteinführung von HypoCat ist für 2022 vorgesehen. Die Schweizer Forscher hoffen, zügig eine Zulassung für den Impfstoff zu bekommen. Der nächste Schritt ist bereits geplant: Nach der Zulassung von HypoCat soll auch HypoDog entwickelt werden – ein Impfstoff gegen Hundehaarallergie. Dies, warnen die Forscher, wird jedoch komplizierter werden als der Impfstoff gegen Katzenhaarallergie.