Jack Russell Terrier

Die kleinen braun-weißen Terrier haben nicht zuletzt durch Film und Fernsehen die Herzen der Tierliebhaber erobert. Bekanntester Jack Russell Terrier der letzten Jahre war zweifellos Uggie, der 2011 in den Filmen „The Artist“ und „Water for Elephants“ mitspielte. Weitere bekannte Jack Russell Terrier waren Eddie aus der US-Sitcom „Frasier“ und natürlich Nipper, der für das Gemälde „His Master’s Voice“ Pate stand, das
von verschiedenen Plattenfirmen als Logo verwendet wurde.

Die Geschichte des Jack Russell Terriers

Als Begründer der nach ihm benannten Rasse gilt der englische Pfaffer John „Jack“ Russell„, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Zucht von Foxterriern begann. Er erwarb eine Hundedame mit dem unglücklichen Namen Trump, die ein weißes raues Fell mit den später für Jack Russells charakteristischen braunen Abzeichen am Kopf besaß. Trump gilt heute als Stammmutter der Rasse. Der große Pluspunkt der damals noch einfach Foxterrier genannten Rasse war ihre im Vergleich zu den bisherigen Foxterriern geringere Größe. Diese erleichterte es ihnen, Füchse bis in ihre Bauten zu verfolgen und wieder heraus zu scheuchen. Dabei legte John Russell selbst Wert darauf, dass seine Hunde zwar mit viel Entschlossenheit und Aggressivität hinter Füchsen herrannten, aber ihre Beute nie körperlich verletzten.

Als John Russell 1993 verstarb, waren seine Hunde unter Jagdfreunden bereits weit verbreitet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trennte sich die Rasse dann offiziell von den größeren Foxterriern, die als eigene Rasse geführt wurde. Die kleineren Hunde aus der Zucht von John Russell wurden von einigen wenigen Hundeenthusiasten weitergezüchtet und erhielten irgendwann den Namen ihres ersten Züchters. Die neuen Züchter kreuzte Bullterrier ein, die dem modernen Jack Russell Terrier seine eher kurzen Beine bescherten. Als die Nachfrage nach Jagdhunden im späten 20. Jahrhundert immer stärker zurückging, wurden weitere kleinere Rassen wie Corgis und Chihuahaus eingekreuzt um aus dem Jagdhund einen familienfreundlichen Haushund zu machen.

Der Jack Russell Terrier heute

Als idealer Rassestandard gelten heute eine Höhe von 25-30 Zentimetern und ein Gewicht von 5-6 Kilogramm. Kennzeichnend ist die Färbung der Hunde, die überwiegend weiß mit Abzeichen in Braun, Hellbraun (Tan) oder Schwarz sein sollten. Neben unterschiedlichen Markierungen sind auch unterschiedliche Felle möglich – so kann der Jack Russell kurzes glattes Fell oder längeres rauhaariges Fell besitzen.

Da der Jack Russell Terrier ursprünglich als Jagdhund gezüchtet wurde, besitzt er auch heute noch einen ausgeprägten Jagdtrieb. So sollte er gut erzogen werden um auch ohne Leine auf Zurufe zu hören und sich nicht beim Anblick eines Kaninchens im Feld auf die Jagd zu machen. Jack Russells benötigen viel Bewegung und viel geistige Beschäftigung. Sie sind sehr gelehrig (wie ihre berühmten Verwandten wie Uggie zeigen) und dürfen nicht lange alleine gelassen werden. Ein unterbeschäftigter unerzogener Jack Russell Terrier kann durchaus zuhause das ganze Sofa zerlegen, aus Kopfkissen eine Schneelandschaft machen oder vorbeifahrenden Radfahrern nachjagen.

Die Haltung des Jack Russell Terriers

Aufgrund seines Betätigungsdrangs benötigt der Jack Russell Terrier viel Aufmerksamkeit. Er ist daher nicht für Singles geeignet, die ihn den ganzen Tag alleine lassen. Viel wohler fühlt er sich in einer Familie, in der sich die einzelnen Familienmitglieder viel mit ihm beschäftigen, mit ihm spielen und täglich lange Spaziergänge unternehmen. Auch für aktive Senioren, die noch täglich weite Spaziergänge unternehmen können, ist der Jack Russell Terrier ein wunderbarer Partner. Ein-zwei kleine Spaziergänge um den Block reichen ihm jedoch nicht. Wenn möglich, sollte der Hund mit diversen Hundesportarten wie Agility Training oder Frisbee auf der grünen Wiese beschäftigt werden, die auch seine grauen Zellen fordern.

In der Pflege sind sie dagegen anspruchslos. Vor allem glatthaarige Jack Russell Terrier müssen nur ab und zu gebürstet werden. Rauhaarige Terrier benötigen dagegen zur Zeit des Fellwechselns intensivere Aufmerksamkeit mit täglichem Bürsten.

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