Wolfsspitz

Der kuschelige Wolfsspitz gehört dank seines freundlichen Gemüts zu den beliebtesten Familienhunden in Deutschland. Er erreicht eine Höhe von knapp 50 Zentimetern und fällt durch sein dichtes silbrig-schwarzes Fell auf, dessen offizielle Bezeichnung „graugewolkt“ lautet. Seine fast quadratische Statur und das dicke Fell lassen den Wolfsspitz dabei weit gedrungener und muskulöser wirken als er tatsächlich ist.

Der Wolfsspitz ist ein unkomplizierter geduldiger Hund, der auch mit Kindern gut klarkommt und stets die Nähe seines Rudels sucht. Da er hohe Wachsamkeit mit einem eher schwach ausgeprägten Bewegungsdrang kombiniert, eignet sich der Wolfsspitz außerdem gut als Begleiter für ältere alleinstehende Menschen, die keine ausgedehnten Spaziergänge durch Wald und Flur mehr unternehmen können.

Die Geschichte des Wolfsspitzes

Der Wolfsspitz gehört mit dem Kleinspitz und dem Zwergspitz zur Rasse der Deutschen Spitze. Größenmäßig liegen der Großspitz und der Mittelspitz noch zwischen dem Wolfsspitz und dem Kleinspitz, doch diese beiden Rassen sind aufgrund stark gesunkener Nachfrage heute fast vom Aussterben bedroht.

Die Herkunft der Deutschen Spitze ist ungeklärt. Lange Zeit glaubten Forscher, dass die Spitze von den bereits in der Steinzeit als Haustiere gehaltenen Torfhunden abstammten. Moderne Analysemethoden haben diese Annahme jedoch widerlegt. Aufgrund seiner enormen Wachsamkeit war Spitze im Mittelalter einer der verbreitetsten Hunderassen überhaupt, die in ganz Europa als Wachhunde eingesetzt wurden.

Die aus dem deutschen Adelshaus Hannover stammenden englischen Könige George III. und George IV. waren bekennende Wolfsspitz-Fans und hielten mehrere Exemplare am Hof. Bekannt wurde der Wolfsspitz auch als Begleiter von Cornelis „Kees“ de Gyzelar, dem Anführer der niederländischen Volkspartei, die im späten 18. Jahrhundert die Royalisten der Oranierpartei bekämpfte. Noch heute ist der Wolfsspitz daher in vielen Ländern unter dem Namen „Keeshond“ bekannt.

Mit Beginn der modernen Zivilisation und dem immer enger werdenden Wohnraum vor allem in den Städten verlor der Spitz seine Popularität und bekam den Ruf eines unangenehmen Kläffers. Mittlerweile haben vor allem Wolfsspitz und Zwergspitz wieder stark an Zuspruch gewonnen und gehören zu den beliebtesten Familienhunden.

Der Wolfsspitz in der Familie

Der intelligente gutmütige Wolfsspitz gehört zu den pflegeleichten Haushunden, die sich gut anpassen. Eine konsequente Erziehung sorgt dafür, dass sich ein junger Wolfsspitz nicht zum Kläffer entwickelt. Der Wolfsspitz benötigt viel menschliche Nähe und Beschäftigung. Er ist daher am besten in Familien mit Kindern aufgehoben, die täglich mit ihm spielen, oder mit einer alleinstehenden älteren Person. Für Berufstätige, die den Hund täglich lange Zeit allein lassen müssen, ist der dagegen weniger geeignet.

Das wunderschöne Fell des Hundes benötigt sorgfältige Pflege. So sollte der Wolfsspitz etwa zwei bis dreimal pro Woche gründlich gebürstet werden. Das Fell sollte nicht getrimmt oder gar geschoren werden. Auch das Baden sollte möglichst vermieden werden, solange sich der Hund nicht beim Spaziergang in etwas extrem Übelriechendem gewälzt hat.

Krankheiten beim Wolfsspitz

Der Wolfsspitz ist allgemein ein robuster Hund mit einer hohen Lebenserwartung von bis zu 14-15 Jahren. Er neigt kaum zu Krankheiten, kann jedoch unter Umständen von der sogenannten Hüftgelenkdysplasie betroffen sein. Diese Erbkrankheit verursacht dem Hund starke Schmerzen, so dass er nur mühsam laufen kann.

Eher selten ist die Hyperparathyreoidose, eine Überaktivität der Nebenschilddrüse, durch die der Kalziumstoffwechsel außer Kontrolle gerät. Im schlimmsten Fall kann dies zu vorzeitiger Alterung oder Nierenversagen führen. Der Tierarzt sollte den jungen Wolfsspitz auf diese Krankheit testen, denn bei einer Früherkennung kann ein entsprechendes Vorsorgeprogramm entwickelt werden.