Pudel

Der Pudel ist ein geselliger lernbegieriger Hund, der sich hervorragend als Familienhund eignet.

Die Geschichte des Pudels

Die Herkunft des Pudels ist bis heute ungeklärt, da sich Deutsche und Franzosen mit großer Begeisterung darüber streiten. Frankreich reklamiert den Pudel als Abkömmling des Barbets für sich, einer größeren sehr ähnlich aussehenden Rasse, die im frühen Mittelalter von den Mauren mit nach Europa gebracht wurde. Der Barbet und später auch der Pudel, wurden gezielt als Wasserhunde gezüchtet, die bei der Jagd geschossene Vögel wie Enten aus dem Wasser fischen. Die FCI legte Frankreich in den 30er Jahren definitiv als Ursprungsland des Pudels fest, doch auch in Deutschland ist er schon sehr lange bekannt. Der deutsche Name leitet sich vom altdeutschen Wort „puddeln“ ab, das „im Wasser plantschen“ bedeutet.

Schon in bekannten Gemälden von Albrecht Dürer und Goya aus vergangenen Jahrhunderten waren Pudel abgebildet, die vor allem im Spanien des späten 18. Jahrhunderts die mit Abstand beliebtesten Haustiere waren. Ernsthaft mit der Zucht wurde jedoch erst hundert Jahre später begonnen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Pudel bereits vom Jagdhund zum Familienhund entwickelt. Die ersten Zuchtpudel waren noch ausschließlich schwarz, weiß oder braun und entweder Großpudel mit 45-60cm Widerristhöhe oder Kleinpudel mit 35-45cm Widerristhöhe. Im 20. Jahrhundert wurden Pudel immer kleiner: Erst kamen Zwergpudel (28 – 35cm) und schließlich Toy-Pudel (24-28 cm) hinzu. Außerdem fanden weitere Farben und zweifarbige Pudel Aufnahme in die Rassestandards. Der Zwergpudel ist heute die beliebteste Variante der Rasse.

Pflege und Haltung des Pudels

Das ungewöhnliche Fell des Pudels macht ihn zur bevorzugten Wahl aller Hundeliebhaber, die unter einer Hundehaarallergie leiden oder sich an Hundehaaren auf Polstermöbeln und Kleidung stören. Pudel haaren nicht und wechseln das Fell nicht. Dafür müssen sie regelmäßig geschoren werden um das Fell kurz zu halten. Besitzern steht es dabei frei, wie Sie den Hund scheren lassen. Ein Klassiker der Hundeausstellung sind die an den Beinen lang gelassenen Haare und der Haarpuschel auf dem Kopf. Zusätzlich zur Schur muss der Pudel mehrmals pro Woche gebürstet werden, damit das weiche Fell nicht verfilzt.

Der Pudel ist ein wissbegieriger und anhänglicher Hund, der sich in einer Familie am wohlsten fühlt. Er sucht engen Anschluss an seine Familie und wird schnell unglücklich, wenn er alleine gelassen wird.  Als Hund für berufstätige Singles ist er daher ungeeignet. Auch Senioren haben ihre Freude an einem Pudel, wenn sie ihm ausreichend Bewegung bieten können und sich viel mit ihm beschäftigen. Der Jagdtrieb wurde im Laufe der Zeit fast vollständig herausgezüchtet, doch noch immer liebt er das Apportieren, das einst seine Hauptaufgabe war. Der Pudel freut sich immer über weggeworfene Stöckchen, Tennisbälle oder Frisbee-Scheiben. Eine strenge Erziehung ist nicht erforderlich, doch gerade bei kleineren Hunden sollten Besitzer darauf achten, dass sie keine Kläffer heranziehen.

Die Gesundheit des Pudels

Abgesehen von der relativ aufwändigen Fellpflege mit regelmäßig erforderlicher Schur ist der Pudel ein pflegeleichter Hund. In seltenen Fällen kann es erblich bedingt zur progressiven Retinaatrophie kommen, einer Augenkrankheit, die zum Erblinden führt. Bei Zwerg- und Toy-Pudeln ist auch die Patellaluxation nicht ungewöhnlich, eine krankhafte Verlagerung der Kniescheibe(n), die das Tier humpeln lässt. Pudel haben eine außergewöhnlich hohe Lebenserwartung und können bei guter Pflege durchaus 18-19 Jahre alt werden.

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