Dalmatina

Der Dalmatiner mit seinem ungewöhnlichen gepunkteten Fell ist ein auffälliger Hund, der vor allem bei Familien beliebt ist. Der US-amerikanische Disney-Konzern löste mit seinen Zeichentrick- und Realverfilmungen des Buches „101 Dalmatiner“ gleich mehrfach eine riesige Nachfrage nach den Tieren aus, die dann regelmäßig damit endeten, dass sich wenige Monate später unzählige Dalmatiner in Tierheimen wiederfanden. Wer sich jedoch ernsthaft mit dem Kauf eines Dalmatiners auseinandersetzt und dem Hund eine artgerechte Haltung bietet, holt sich einen intelligenten und lebhaften Begleiter ins Haus.

Die Geschichte des Dalmatiners

Die Herkunft des Dalmatiners liegt weitestgehend im Dunkeln. Schon in altägyptischen Pharaonengräbern wurden Zeichnungen gepunkteter Hunde gefunden, die Grund zur Annahme geben, dass der Dalmatiner irgendwann aus Ägypten über das Mittelmeer nach Westeuropa einwanderte. Eine Herkunft aus der kroatischen Region Dalmatien kann nicht belegt werden, doch bekannt ist, dass die gepunkteten Wachhunde einst in Dalmatien die Grenze bewachten.Im späten 18. Jahrhundert wurden Dalmatiner als Statussymbole des englischen Hochadels bekannt und liefen neben den Kutschen der Adeligen her. Daneben wurden sie gerne von der Feuerwehr als Begleithunde eingesetzt und bewachten die kostbaren Pferde, die einst die frühen Feuerwehrwagen zogen. Ein Rassestandard wurde erstmals 1882 in England festgelegt, wo sich kurz darauf auch der erste Dalmatiner-Club gründete.

Das Aussehen des Dalmatiners

Dalmatiner sind mittelgroße kräftig gebaute Hunde mit einem eher schmalen Körperbau. Die Welpen kommen schneeweiß auf die Welt. Erst nach einigen Wochen treten die markanten schwarzen Punkte auf. Andere Farben sind eher selten aber nicht ausgeschlossen. Manche Dalmatiner haben auffällige Augen, bei denen ein Auge dunkelbraun und ein Auge blau ist. Das kurze steife Fell bleibt meist sehr sauber und vor allem riecht der Hund kaum nach Hund. Dies mögen viele Besitzer als positiv empfinden, allerdings neigt der Dalmatiner auch zum ganzjährigen Haaren. Regelmäßiges Bürsten kann das Schlimmste verhindern und fördert obendrein die Durchblutung des Körpers.

Das Wesen des Dalmatiners

Der Dalmatiner ist ein intelligenter lebhafter Wachhund, der viel Beschäftigung benötigt. Er sollte konsequent aber mit viel Liebe erzogen werden und immer von seinem Rudel umgeben sein. Er ist daher gut als Familienhund geeignet, aber nicht für alleinstehende Berufstätige, die den Hund tagsüber alleine lassen müssten. Ein langer Spaziergang täglich zum Austoben ist Pflicht. Daneben freut sich der Hund auch über andere Beschäftigungsmöglichkeiten wie Agility-Training oder das Apportieren von Gegenständen. Bei mangelnder Auslastung oder einer zu nachsichtigen Erziehung beginnt der Dalmatiner bald Unsinn auszuhecken und seinen Zweibeinern auf der Nase herumzutanzen.

Die Gesundheit des Dalmatiners

Etwa jeder fünfte bis dritte Dalmatiner leidet verschiedenen Studien zufolge unter Taubheit. Bislang konnte die Medizin noch nicht klären, wie es zu dieser genetischen Vorbelastung gekommen ist. Hörende Hunde können taube Welpen zeugen und taube Hunde können hörende Welpen haben, so dass auch ein Herauszüchten des Gendefektes nicht möglich ist. Junge Dalmatiner sollten dem Tierarzt vorgestellt werden um sein Gehör zu überprüfen.

Daneben können die Hunde unter dem sogenannten Dalmatinersyndrom leiden, in der Fachsprache Hyperurikosurie genannt. Dabei handelt es sich um überdurchschnittlich häufig auftretende Blasen- und Nierensteine, die durch einen Stoffwechseldefekt ausgelöst werden. Der Tierarzt berät Halter gerne zu einer purinarmen Ernährung (d.h. wenig Rohprotein) um den Harnsäurespiegel der Tiere zu senken und so Harnsteine zu verhindern.

Datei: #175387094 | Urheber: Mikkel Bigandt