bernhardiner

Groß, geduldig, sanftmütig, zuverlässig… das sind einige der Eigenschaften, die Menschen am ehesten mit dem Bernhardiner verbinden. Die Schweizer Hunderasse gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Familienhunden Deutschlands – ein Trend, der zuletzt auch durch die „Beethoven“-Filme rund um den gleichnamigen Bernhardiner verstärkt wurde.

Der Hund vom St. Bernhard-Pass

Der Name der heutigen Bernhardiner geht auf die Hunde des Hospizes auf dem Großen St. Bernhard am St. Bernhard-Pass in den Schweizer Alpen zurück. Das Hospiz wurde 1050 von Bernhard von Aosta gegründet um Reisenden in den beschwerlichen Hochalpen zu helfen. Ab dem 17. Jahrhundert holten die Mönche des Hospizes Hunde zu sich, die beim Aufstöbern von Lawinenopfern helfen sollten. Diese frühen „Bernhardinerhunde“ hatten mit dem heutigen Hund allerdings nur wenig zu tun, wie der ausgestopfte „Barry“ beweist. Diesem 1814 verstorbenen Bernhardiner wird nachgesagt, dass er zu Lebzeiten mindestens 40 Menschen das Leben gerettet hat. Nach seinem Tod wurde Barry ausgestopft und steht seitdem im Naturhistorischen Museum in Bern.

Als Lawinenhund und Lebensretter hat der Bernhardiner heute ausgedient. Durch die Züchtung wurde die Hunderasse in den letzten 100 Jahren immer größer und schwerer und das längere Fell ist für die Arbeit im Schnee unpraktisch. Stattdessen ist der Schweizer Nationalhund heute ein beliebter Familien- und Begleithund, der sich durch seine Anhänglichkeit und Geduld auszeichnet.

Der Bernhardiner heute

Moderne Bernhardiner werden bis zu 90cm groß und verfügen über ein langes dichtes Fell. Rassehunde zeichnen sich in der Zucht durch ein rotbraunes Fell, eine weiße Halskrause und eine dunkle Maske aus, sowie weiße Flecken an Brust, Pfoten, Nase, Hals und Rutenspitze. Aufgrund seiner massigen Statur und seiner eher traurigen Augen wird der Bernhardiner eher tollpatschig. Seit einigen Jahren geht die Züchtung jedoch wieder in Richtung leichtere Hunde.

Der kleine Bernhardinerwelpe sollte trotz aller Niedlichkeit eine konsequente Erziehung bekommen, denn der bis zu 80 Kilogramm schwere erwachsene Hund ist sonst nur schwer zu beherrschen. Gut erzogen ist der Bernhardiner ein anhänglicher gutmütiger Familienhund, der auch gut mit Kindern klarkommt. Er besitzt einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und passt als Wachhund gut auf das eigene Haus auf.

Die Haltung des Bernhardiners

Der anhängliche Bernhardiner ist am besten in einer Familie aufgehoben, in der er ständig Gesellschaft hat. Als Haustier für einen berufstätigen Single ist er ungeeignet. Alleinstehende Senioren sind mit dem Bewegungsdrang des Bernhardiners häufig überfordert. Der Hund liebt lange Spaziergänge und das Herumtoben im Freien. Bernhardiner sind überdurchschnittlich häufig von Hüftgelenkdysplasie betroffen und daher auch nicht geeignet zur Haltung in mehrstöckigen Wohnhäusern, in denen sie täglich viele Treppenstufen steigen müssen. Am glücklichsten ist der Bernhardiner in einem großen ebenerdigen Haus mit eigenem Garten.

Das lange Fell erfordert regelmäßige Pflege mit Bürste und Kamm. Zu beachten ist weiterhin, dass ein so großer Hund natürlich entsprechende Mengen Futter vertilgt. Die monatlichen Futterkosten von mindestens 100 Euro sollten also vor der Anschaffung einkalkuliert werden.

Wer sich einen Bernhardiner ins Haus holt, sollte auch bedenken, dass die Lebenserwartung der Tiere eher niedrig ist. Über die Hälfte der Bernhardiner stirbt einer schwedischen Studie zufolge bereits vor dem achten Lebensjahr und nur wenige werden älter als zehn Jahre.