Demenz Tiere

Demenz bei Haustieren ist nicht ungewöhnlich

Der Mensch wird seit einigen Jahrzehnten dank des medizinischen Fortschrittes und gesunder Ernährung immer älter. Dabei zeigt sich seit längerem, dass das Gehirn häufig nicht mehr mit dem Körper mithalten kann und die Zahl der Demenzerkrankungen zeigt. Seit einiger Zeit wächst die Erkenntnis, dass Haustiere im gleichen Maß von Altersdemenz betroffen sein können wie Herrchen und Frauchen, denn auch die Lebensspanne von Hunden und Katzen ist deutlich länger geworden. Und während demente Tiere in der Wildnis leichte Beute für ihre Feinde werden, sobald sich Symptome zeigen, ist dies bei unseren geschützt lebenden verwöhnten Haustieren nicht mehr der Fall. Einer Studie zufolge zeigen sich bei fast jedem zweiten Hund und jeder zweiten Katze über 15 Jahren entsprechende Hinweise.

Dabei wird wie beim Menschen zwischen Altersdemenz und der Alzheimer-Erkrankung unterschieden. Die für die Entstehung von Alzheimer verantwortlichen Beta-Amyloide (Eiweiße) wurden in den Gehirnen von Hunden und Katzen gefunden.

Wie sehe ich ob mein Haustier an Demenz leidet?

Die Symptome gleichen denen der menschlichen Demenzerkrankungen. Hunde und Katzen büßen beispielsweise ihren Orientierungssinn ein. Hunde bleiben beim vertrauten Spaziergang häufiger stehen und wissen nach zehn Jahren auf einmal nicht mehr, dass sie immer links zum Park abbiegen. Ist die Katze mehrfach nicht vom Freigang heimgekommen und wird von einem freundlichen Nachbarn nach Hause gebracht oder nach langem Suchen verwirrt im Feld gefunden, ist dies ebenfalls ein deutliches Zeichen für eine beginnende Demenz. Andere Symptome sind u.a.:

  • Das Verfehlen von Zielen bei Sprüngen der Katze
  • Plötzliches Miauen oder Bellen, oft in der Nacht
  • Planloses ruheloses Umherstreifen im Haus
  • Lethargie und Appetitlosigkeit
  • Fehlendes Interesse an Besuchern
  • Mangelnde Stubenreinheit

Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz kann es vorkommen, dass Hund oder Katze ihren Menschen nicht mehr erkennen und plötzlich scheu oder mit Abwehr reagieren.

Was tun wenn mein Haustier Demenz hat?

Da es sich um ein recht neues Phänomen handelt, dass erst seit einigen Jahren näher erforscht wird, tun sich viele Tierärzte heute noch schwer mit der Diagnose. Viele der Symptome können obendrein auf andere Alterskrankheiten hinweisen. Bei begründetem Verdacht kann der Tierarzt eine Magnet-Resonanz-Tomografie zur Untersuchung des Gehirns vorschlagen, die Halter jedoch aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Eine Heilung oder gezielte Medikamente gegen Demenz gibt es nicht, doch allgemeine Medikamente zur Linderung von Alterserscheinungen beim Hund können den Verlauf zumindest verlangsamen und lindern. Diese Medikamente zielen darauf ab die die im Alter schlechter werdende Durchblutung des Körpers wieder zu steigern. Dadurch wird auch das Gehirn wieder besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Der Hund lebt spürbar auf und nimmt wieder mit größerer Freude an Spaziergängen und am Alltagsleben teil.

Ist die Demenz jedoch schon weiter fortgeschritten, können Halter lediglich versuchen, ihrem Tier die letzten Monate so angenehm wie möglich zu machen. So sollten demente Katzen nur noch im sicher eingezäunten Garten frei umherlaufen dürfen und der Hund beim Spaziergang an der Leine gehalten werden.

Lässt sich Demenz beim Tier vorbeugen?

Für Haustiere gelten die gleichen Tipps wie für den Menschen: Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung tragen zur geistigen Gesundheit bei. Und so wie das menschliche Gehirn im höheren Alter von Denksport, kniffligen Aufgaben und neuen geistigen Herausforderungen profitiert, kann es auch dem Haustier gut tun, wenn es noch einmal vor neue Aufgaben gestellt wird. Das alte Sprichwort sagt zwar „Ein alter Hund lernt keine neuen Tricks mehr“ doch einen Versuch ist es immer wert.

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