hund vermisst

Kaum etwas zerreißt einem Tierliebhaber so sehr das Herz wie eine Suchanzeige an Laternenpfählen und in Schaufenstern: Hund entlaufen! Der Gedanke daran, dass der eigene Vierbeiner desorientiert und einsam herumstromert und möglicherweise auf stark befahrenen Straßen in Lebensgefahr gerät, ist schließlich nie weit entfernt. Was aber können Hundehalter tun, wenn der geliebte Hund entlaufen ist?

Suchaktion in der Nachbarschaft

Zunächst gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Ist der Hund von zuhause fortgelaufen, sollte auch bei größeren Suchaktionen stets eine Person zuhause bleiben. Gewöhnlich sucht der Hund von selbst den Weg zu seinem Rudel, d.h. zur eigenen Familie zurück. Ist er beim Spaziergang ausgebüxt, kann es ebenfalls sein, dass er auf eigene Faust den Weg zurück nach Hause sucht. Ist der Hund beispielsweise in einem Park oder im Feld verschwunden, sollte eine Person möglichst lange an der Stelle warten, an der der Hund zuletzt gesichtet wurde. Oft wird er den Ort aufsuchen, an dem er zuletzt sein „Rudel“ gesehen hat.

Möglichst viele Familienmitglieder, Freunde und hilfsbereite Nachbarn sollten mobilisiert werden, um in der näheren Umgebung nach dem Hund zu suchen. Es lohnt sich immer, andere Hundebesitzer anzusprechen, die möglicherweise beim Spaziergang den frei herumlaufenden „herrchenlosen“ Hund bemerkt haben. Das Internet kann heute gute Dienste leisten, indem beispielsweise eine „Hund entlaufen“-Anzeige mit Foto und Angabe des letzten Aufenthaltsortes bei Facebook und Twitter veröffentlicht wird, die andere wiederum teilen. Nachbarschaftsnetzwerke wie nebenan.de helfen zusätzlich. Daneben sollte auch der traditionelle Weg nicht vernachlässigt werden: Fotokopien (am besten Farbkopien) mit den wichtigsten Infos und einer ständig erreichbaren Telefonnummer (am besten die eigene Smartphone-Nummer) in der näheren Umgebung verteilen.

Was geht im Hund vor?

Weiterhin ist es sinnvoll, die Situation zu rekapitulieren, in der der Hund fortgelaufen ist. Hat er beispielsweise mehrere Hasen über zahlreiche Felder gejagt, wird er vermutlich von selbst nach Hause zurücktrotten wenn er des Jagens müde ist. Ist zwischendurch das Wetter umgeschlagen und es regnet in Strömen, hat sich der Hund vermutlich an einen trockenen Ort zurückgezogen. Hier kann es helfen, beim Suchen immer wieder seinen Namen zu rufen.

Ist der Hund fortgelaufen, weil ihm irgendetwas furchtbare Angst eingejagt hat, kann die Suche schwieriger sein. Viele Hunde laufen in Panik lange Strecken. Bei einem größeren Hund können dies einige Kilometer sein. Möglicherweise hat er sich verschreckt in ein Versteck zurückgezogen und will gar nicht gefunden werden.

Ist der Hund entlaufen, helfen diese Anlaufstellen

Hat eine größere Suche in der Umgebung nicht zum Erfolg geführt, können verschiedene Anlaufstellen helfen. Dazu gehören insbesondere die örtlichen Tierheime, zu denen gefundene und zugelaufene Hunde oft gebracht werden, sowie Tierärzte (falls der Hund verletzt von einem Passanten gefunden wurde), Tierschutzvereine und die örtliche Polizeidienststelle. Auch die Bundespolizei kann möglicherweise helfen: Sie ist zuständig für Unfälle entlang von Bahnstrecken, denn es besteht durchaus immer das Risiko, dass der Hund von einem Zug überfahren oder durch den Luftzug einer vorbeifahren Bahn herumgeschleudert und verletzt wurde. Lebt der Hund in der Nähe einer Autobahn, sollte auch die Autobahnpolizei verständigt werden

Wichtig sind auch die Melderegister wie Tasso e.V., mit über 7,7 Millionen registrierten Haustieren das größte Melderegister Deutschlands. Wird ein entlaufener Hund gefunden und anhand seines Chips oder der Tätowierung identifiziert und ist er bei Tasso registriert, können die Mitarbeiter den Besitzer verständigen. Wurde der eigene Hund noch nicht gechippt, kann dies problemlos beim eigenen Tierarzt erfolgen.