Hundeerziehung

Vielen Menschen fällt es schwer, ihren jungen Hund konsequent zu erziehen, wenn der Welpe wieder einmal so herzzerreißend drein schaut. Doch damit tun sie sich selbst keinen Gefallen, denn wie beim Menschen gilt meist auch beim Hund: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.

Die häufigsten Erziehungsfehler

Ganz wichtig für die Hundeerziehung: Sie muss schon möglichst früh beginnen, denn sobald bald sich der Welpe schlechte Eigenarten angewöhnt hat, wird er nicht mehr verstehen, warum diese auf einmal unerwünscht sind. Der wohl größte Klassiker ist das Betteln. Wer kann schon nein sagen, wenn große Hundeaugen traurig zum Tisch hochstarren, während die Zweibeiner ihr Abendessen genießen? Schließlich soll das arme Tierchen nicht leiden und sich nicht ausgeschlossen fühlen. Also fällt der ein oder andere Brocken Fleisch oder Wurst herab und der junge Hund merkt sich, dass er damit durchkommt. Hat sich der Hund einmal an das Betteln gewöhnt, ist es kaum noch möglich, ihm dies wieder abzugewöhnen, denn in seinem Kopf hat sich festgesetzt, dass es klappen kann. Warum also nicht noch einmal versuchen?

Andere häufige Probleme sind das Bellen und das Springen. Bellt der Welpe öfter vor Aufregung und erfährt nicht sofort, dass dieses Verhalten unerwünscht ist, wird er es sich später nicht mehr abgewöhnen lassen. Das gleiche gilt für junge Hunde, die an Menschen hochspringen oder immer wieder auf das Sofa springen. Bei einem tapsigen Bernhardiner – Welpen mag es noch süß wirken, doch wenn es später der ausgewachsene Bernhardiner mit über 100 kg Lebendgewicht das Gleiche macht, hat sein Besitzer ein wahrhaft schwerwiegendes Problem. Daher muss schon der Welpe lernen, dass Bellen und Springen nicht erwünscht sind.

Junge Hunde müssen früh sozialisiert werden

Schon in den 60er Jahren stellen Forscher bei einem Experiment fest, dass junge Hunde etwa zwischen der dritten und fünften Lebenswoche besonders offen für Einflüsse von außen sind. Schon ab der fünften Woche standen zuvor isolierte Welpen Menschen skeptischer gegenüber und nach der zehnten Lebenswoche konnten sie kaum noch an Menschen gewöhnt werden. Dieses Zeitfenster der dritten bis fünften Woche ist daher ausgesprochen wichtig für die Sozialisierung und Erziehung des Welpen. In dieser Zeit sollten sie ihre zukünftigen Besitzer ausführlich kennenlernen und – soweit vorhanden – andere Haustiere. Die in dieser Phase gemachten Erfahrungen prägen den Welpen sein Leben lang. Daher sollte die Erziehung liebevoll und in einem ruhigen Umfeld geschehen.

Den Hund nicht vermenschlichen

Fällt es Hundebesitzern schwer, sich gegenüber dem niedlichen Welpen hart zu zeigen, sollten sie sich stets ins Gedächtnis rufen, dass der Hund kein Kind ist. Experten weisen immer wieder darauf hin, dass der vermeintlich „schuldbewusste“ Blick, den viele Hunde aufsetzen, tatsächlich ein Ausdruck von Angst ist. Der Hund merkt zwar an Ton, Lautstärke und Körpersprache, dass Herrchen oder Frauchen mit ihm schimpft, doch anders als ein Kind weiß er in der Regel nicht warum. Daher reagiert er mit Angst.

Genauso wenig wird sich der junge Hund ausgegrenzt und beleidigt fühlen, wenn beim Essen nichts für ihn abfällt. Er lernt schnell, dass sein eigenes Essen an einem anderen Ort auf ihn wartet – und genießt das speziell für ihn bestimmte Hundefutter dann sogar noch mehr als die Reste vom Sonntagsbraten.

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