Kind und Hund

Werden Kinder von einem Hund gebissen, ist es weitaus häufiger der eigene Hund als ein fremder Hund. Viele Familien sehen sich dann genötigt, den eigentlich geliebten Hund wegzugeben um das Kind zu schützen. Doch es geht auch anders – wenn das Kind bereits frühzeitig den richtigen Umgang mit dem Hund lernt.

Eine Studie der amerikanischen University of Colorado ergab nämlich, dass 68 Prozent der gebissenen Kinder bis zu fünf Jahre alt war und der Großteil der Kinder wiederum drei Jahre alt. Kindern fehlt in diesem Alter einerseits noch die feinmotorische Kontrolle zum richtigen Umgang mit dem Haustier und andererseits das Verständnis dafür, dass Hunde nun mal keine Kuscheltiere sind, sondern selbständige Lebewesen, die sich gestört fühlen können. So ergab die Studie, dass mehr als die Hälfte aller Bisse daraus resultierte, dass der Hund grob und ungelenk beschmust wurden. Tragisch: Da sich kleine Kinder auf Augenhöhe mit größeren Hunden befinden, werden sie überdurchschnittlich häufig ins Gesicht und in den Hals gebissen.

Dazu passt das Ergebnis einer Umfrage der österreichischen Vetmeduni Wien unter Hundehaltern: Diese schätzten die Gefahr durch fremde Hunde weit höher ein als durch den eigenen Hund. „Der ist doch ganz lieb und tut nichts“ ist eine beliebte Ansicht, die dem eigenen Hund weit größere Toleranz und Geduld unterstellt als fremden Hunden.

Kind-Hund-Verhältnis – Verstehen und lernen

Der erste Schritt zu einem verbesserten Kind-Hund-Verhältnis ist die Einsicht, dass der eigene Hund genauso gefährlich ist wie ein fremder Hund. Auch ein eigentlich „ganz lieber“ Hund reagiert erschreckt und unwillig, wenn das kleine Kind versehentlich auf ihn tritt oder auf ihn zu rennt um ihn ungestüm zu umarmen. Dem Kind sollte also entsprechend früh – sobald es gehen kann – beigebracht werden, sich dem Hund nur langsam und mit Bedacht zu näheren. Es muss lernen, dass der Hund ein Lebewesen ist, das Schmerz und Angst empfindet und kein Spielzeug oder Kuscheltier.

Dazu sollte dem Hund ein „kinderfreier“ Rückzugsraum eingerichtet werden. Dies kann eine teilweise umschlossene Ecke im Wohnzimmer sein oder ein zusätzliches Hundekörbchen in einem kaum benutzten Zimmer wie dem Gästezimmer oder dem Bügelzimmer. Natürlich muss das Kind diesen Rückzugsraum dann auch respektieren. Meist genügt es schon, dem Hund ab und zu eine Auszeit vom lauten lebhaften Kleinkind zu gönnen.

Der Blaue Hund der DVG

Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) hat den „Blauen Hund“ ins Leben gerufen, ein länderübergreifendes Projekt zur Prävention von Hundebissen bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren. Mit Hilfe einer interaktiven Computergeschichte lernen Kinder und Eltern den richtigen Umgang mit dem Hund. Das Programm kann als CD mit Begleitbuch bei der DVG bestellt oder online heruntergeladen werden (9,80 Euro) oder als App für Tablets (3,49 Euro) samt begleitendem PDF heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Blauen Hund gibt es auf der Website der DVG.

Wichtig: Wir möchten Ihnen hier eine kleine Hilfestellung geben, wie Hundebisse bei Kindern verhindert werden können. Wir alle lieben Hunde und Kinder, deswegen ist dieses Thema auch so wichtig und wurde mit höchster Sorgfalt behandelt.

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