Familienhund

Die Familie ist sich darüber einig geworden, dass ein Hund Einzug halten soll. Nun steht die Frage nach der geeigneten Rasse im Raum, denn nicht jede Hunderasse eignet sich für Familien mit Kindern. So gibt es Rassen, die über Jahrzehnte hinweg für spezielle Aufgaben herangezüchtet wurden, z.B. Wach- und Jagdhunde. Hochintelligente Wachhunde sind als Familienhunde oft unterfordert und können allerhand Unsinn aushecken. Dazu nehmen sie ihre Aufgabe als Wachhunde meist ernster als es der Familie lieb ist – ein Klassiker ist der Schäferhund im Vorgarten, der jeden Besucher anbellt und dem Briefträger in die Wade beißen will. Neben dem Schäferhund zählen der hübsch anzusehende Border Collie und der Australian Shepherd zu den Wach- und Hütehunden, die für Familien eher nicht zu empfehlen sind.

Jagdhunde mit ausgeprägtem Jagdtrieb können Besitzer ebenfalls überfordern, wenn sie z.B. beim Spaziergang ständig davonrennen bzw. an der Leine zerren oder im Garten jeden vorbeifliegenden Vogel anbellen. Nur mit konsequenter Erziehung lässt sich aus einem solchen Hund ein unkomplizierter Familienhund machen.

Problematisch sind auch Spezialzüchtungen wie der Husky: Er ist darauf gezüchtet, täglich viele Kilometer als Schlittenhund laufen zu dürfen und hat einen entsprechend großen Bewegungsdrang. Mit einem Spaziergang um den Block mit den Kindern ist es nicht getan. Außerdem ist der Husky ein extremes Rudeltier, der ohne die Gesellschaft anderer Hunde schnell unglücklich wird.

Die besten Hunderassen für eine Familie

Empfehlenswert für Familien sind Hunderassen mit einem freundlichen geduldigen Gemüt, die auch lebhafte tobende Kinder und Gekreische locker wegstecken. Sanftmütige Riesen sind zum Beispiel der Bernhardiner und der Berner Sennenhund, die für Kinder zu echten Kuschelkameraden werden. Allerdings sollten kleine Kinder nicht ganz  unbeaufsichtigt mit ihnen gelassen werden: Der Hund kann seine eigene Masse nicht abschätzen und so kann es vorkommen, dass ein großer Hund wie der Bernardiner beim Herumtoben im Garten ein Kind mühelos umstößt oder unter sich begräbt. Weitere beliebte große Hunderassen, die jedoch mehr Beschäftigung und Erziehung benötigen, sind der Golden Retriever, der Labrador und der Dalmatiner.

Unter den kleinen Hunden sind vor allem „niedliche“ Hunde wie der flauschige Malteser, der Bichon Frisé und der West Highland-Terrier gefragt. Diese Hunde benötigen jedoch eine konsequente Erziehung und viel Pflege. Kindern muss deutlich gemacht werden, dass ein kleines Hündchen trotz des niedlichen Aussehens kein Spielzeug ist, das einfach aufgehoben und nach Herzenslust herumgetragen werden darf.

Sind die Kinder noch zu klein um dies zu verstehen, sind mittelgroße Hunderassen eine bessere Wahl: Gerade der Beagle und der Mops sind empfehlenswert: Zwar war der Beagle einst auch ein wichtiger Jagdhund, doch er wird seit längerem konsequent als verspielter lebhafter Familienhund mit schwächerem Jagdtrieb gezüchtet. Für Kinder ist ein toller Kamerad zum Herumtoben. Schon Loriot wusste, dass ein Leben ohne Möpse möglich aber sinnlos ist: Der Mops ist ein humorvoller wuseliger Hund, der seinen Menschen am liebsten auf Schritt und Tritt begleitet. Aber Vorsicht: Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass es sich nicht um eine Qualzüchtung mit extrem kurzer Schnauze handelt: Diese führt zu Atembeschwerden und zu gesundheitlichen Problemen.

Ein Familienhund ist ein Hund für die ganze Familie

Ein letzter Tipp: Kinder mögen noch so oft versprechen, dass sie den Familienhund alleine betreuen werden, um die Eltern zu erweichen. Doch auf die Eltern kommen unweigerlich verschiedene Aufgaben vom Futterkauf über die Tierarztbesuche bis zur konsequenten Erziehung zu. Daher sollten alle Familienmitglieder gemeinsam hinter der Entscheidung zum Hundekauf stehen und gemeinsam einen Hund aussuchen, der allen zusagt.

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